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NWZonline.de Sport Fußball

Daumen drücken hilft immer

28.06.2012

KöLN Der gefoulte Spieler verschießt häufiger Elfmeter. Die Verteidigung muss über die Flügel geknackt werden. Und das Tor kurz vor der Halbzeitpause ist „psychologisch“ wichtig. Ob am Arbeitsplatz, zu Hause oder in der Kneipe: Während der Fußball-EM werden solche Weisheiten gebetsmühlenartig gepredigt.

Entgegen der gängigen Meinung spielt es jedoch keine Rolle, wer sich den Ball beim Elfmeter nimmt. „Statistisch hat es keine Auswirkung, ob der gefoulte Schütze antritt“, sagt Professor Dr. Daniel Memmert. Er hat aus wissenschaftlicher Perspektive auf das mit Vorurteilen behaftete (Fußball-)Feld geblickt und einige Mythen entlarvt.

Während sich die Trainer den Kopf über ihre Angriffsstrategie zerbrechen, sagt der Volksmund, dass ein konsequentes Flügelspiel Tore garantiere. Tatsächlich ist das Gegenteil der Fall. „Dribblings durch das Zentrum haben statistisch gesehen eine höhere Erfolgswahrscheinlichkeit als Flanken“, sagt Memmert.

Der Professor am Institut für Kognitions- und Sportspielforschung der Sporthochschule Köln erklärt: Ab durch die Mitte verspreche mehr Erfolg, weil „die Verteidiger im Zentrum bei hohen Bällen die viel bessere Position haben und auch der Torwart die Bälle abfangen kann.“ Beim Dribbling bestehe dagegen die Chance, dass sich der Spieler eine gute Schussposition erarbeitet oder gefoult wird.

Völlig überbewertet ist zudem das angeblich so wichtige Tor unmittelbar vor der Pause. „Statistisch hat es keinen Einfluss auf den Ausgang des Spiels“, sagt der Sportwissenschaftler.

Zumindest hat es offenbar Sinn, die Daumen zu drücken. Laut Memmert sind „40 bis 47 Prozent aller Tore Zufallsprodukte“. Darunter fallen Weitschüsse, Eigentore, Abseitstore oder Treffer nach Torwartfehlern, „Sachen die kaum beeinflussbar oder schlecht trainierbar sind.“ Diese Quote sei jedoch rückläufig. Dabei ist aber fast jedes zweite Tor ein Zufallsprodukt.

Wann die Treffer fallen, ist auch egal – kann zumindest noch der Schiedsrichter für Pleiten verantwortlich gemacht werden? „20 Prozent aller Schiedsrichter-Entscheidungen sind falsch“, sagt Memmert und relativiert: „Das ist eine sehr gute Quote.“

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