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NWZonline.de Sport Fußball

Atlas Delmenhorst sehnt Rückkehr in DFB-Pokal herbei

23.05.2019

Delmenhorst Wenn an diesem Samstag um 14.15 Uhr das Finale um den Niedersachsen-Pokal zwischen den beiden Oberligisten Atlas Delmenhorst und TuS Bersenbrück angepfiffen wird, ist das der vorläufige Höhepunkt in der kurzen Club-Geschichte des SV Atlas nach der Neugründung im Jahr 2012. Der Sieger des Finals wird in der neuen Saison in der 1. Runde des DFB-Pokals spielen und kann auf einen großen Gegner hoffen. Das Endspiel findet im Eilenriede-Stadion in Hannover statt. Das Stadion hat eine Kapazität von 2500 Plätzen, man rechnet mit bis zu 1800 Zuschauern aus Delmenhorst.

Anreise am Freitag

Bei einer Pressekonferenz am Montag in Delmenhorst ließen sich beide Trainer nicht in die Karten gucken. Sowohl TuS-Trainer Farhat Dahech als auch Daniel von Seggern gaben sich betont gelassen. Der Delmenhorster Trainer, der als etatmäßiger Coach der Zweiten kurzfristig nach der Entlassung von Olaf Blancke einsprang, setzt auf Routine. „Wir werden in dieser Woche ganz normal trainieren.“ Der einzige Unterschied sei, dass man bereits am Freitag nach Hannover reise und dort um 15 Uhr im Eilenriede-Stadion eine Einheit absolviere.

Auch die beiden Mannschaftskapitäne – Marc Flottemesch für Bersenbrück und Nick Köster für den SV Atlas – bemühten sich, die Bedeutung des Spiels nicht zu hoch zu hängen. Für beide ist es die erste Pokalfinalteilnahme überhaupt, die beiden standen noch nicht mal in einem Kreispokalendspiel. Eines hat Delmenhorsts Kapitän Köster aber seinem Kontrahenten aus Bersenbrück voraus: Es wäre für ihn es bereits der zweite Einsatz im DFB-Pokal. Köster stand für den VfB Oldenburg im Juli 2011 im Marschwegstadion gegen den Hamburger SV auf dem Platz, zeigte eine starke Leistung und verlor nur knapp mit 1:2.

Mit der Finalteilnahme schließt sich für den SV Atlas ein Kreis, denn in der Saison 1980/81 nahm der Verein bereits schon einmal am DFB-Pokal teil. In der ersten Runde setzte sich der damalige Oberligist (entsprach der 3. Liga) mit 6:2 gegen Landesligist BW Wesselburen durch. Danach wurde RW Oberhausen mit 1:0 geschlagen. Gegner in der dritten Runde war Zweitligist Kickers Offenbach. Auf dem Bieberer Berg erkämpfte sich Atlas ein 1:1 nach Verlängerung. Da es damals noch keine Entscheidung im Elfmeterschießen gab, wurde ein Wiederholungsspiel fällig. Dieses gewann Delmenhorst mit 2:1. Erst im Achtelfinale war Endstation, bei Bundesligist Borussia Mönchengladbach gab es eine 1:6-Niederlage.

Aufstellungen

Pokal-Achtelfinale 1981: Borussia Mönchengladbach - Atlas Delmenhorst 6:1. Gladbach: Wolfgang Kleff - Norbert Ringels, Wilfried Hannes, Jürgen Fleer, Lothar Matthäus, Hans-Günter Bruns, Uwe Rahn, Carsten Nielsen (83. Armin Veh), Wolfram Wuttke, Harald Nickel, Ewald Lienen. Delmenhorst: Hans-Jürgen Metz - Michael Hansen, Jürgen Baumgart, Hans-Dieter Bentrup, Thomas Pfautsch, Wolfgang Schröder, William Donougher, Herbert Meyer, Ottmar Ahlers, Günter Selke (46. Willi Götz), James Weir. Tore: 1:0 Hannes (18.), 2:0 Matthäus (27.), 3:0 Bruns (34.), 4:0 Rahn (40.), 5:0 Nickel (42.), 5:1 Meyer (44.), 6:1 Rahn (45.).

Bei all diesen Spielen war Günter Selke aktiv. Der heute 65-Jährige spielte sieben Jahre für Atlas und bezeichnet diese Zeit als einen der schönsten Abschnitte seines Lebens. „Ich bin stolz darauf, dort gespielt zu haben.“ An die Pokalspiele hat er lebhafte Erinnerungen. So denkt er zum Beispiel an das Flutlicht auf dem Bieberer Berg: „Das war das hellste Flutlicht, was es seinerzeit in Deutschland gab.“ Auch sei sich das Team beim Abpfiff in Offenbach sicher gewesen, das Wiederholungsspiel zu gewinnen. So kam es dann auch.

Gegenspieler Matthäus

Als bei der Achtelfinal-Auslosung ein Auswärtsspiel in Mönchengladbach gezogen wurde (die Amateurvereine hatten damals nicht automatisch Heimrecht), war ihm klar, dass dies ein großes Spiel werden würde. Andererseits war er etwas traurig, dass die Partie nicht in Delmenhorst stattfand: „Ich denke, in unserem Stadion hätten wir eine Chance gehabt. Mit unseren Fans im Rücken wäre vieles möglich gewesen. Wir waren damals der Zuschauerkrösus der Liga.“

Das Spiel am Bökelberg ist bei ihm wegen einer Szene noch ganz besonders in Erinnerung: „Wir hatten die Chance, in Führung zu gehen, aber ich habe diese Möglichkeit kläglich vergeben“, erinnert Selke sich mit einem Lächeln. Bei den Gladbachern standen unter anderem Hans-Günter Bruns, Uwe Rahn und Ewald Lienen in der Startelf. „Mein Gegenspieler war der junge Lothar Matthäus“, erzählt Selke. Auch an die ganz besondere Atmosphäre auf den Bökelberg kann er sich noch erinnern. „Ich war von dieser steilen Ostgeraden sehr beeindruckt, wenn man da oben steht, muss man schwindelfrei sein.“ Bereits zur Pause stand das Endergebnis von 1:6 aus Sicht des SV Atlas fest. Vor 5000 Zuschauern gelang damals Herbert Meyer per Strafstoß der Ehrentreffer für Atlas.

Selkes Erben haben nun die Chance, den SV Atlas wieder auf die Fußball-Landkarte zurückzubringen. Ob der Verein aus der fünftklassigen Oberliga in absehbarer Zeit den Sprung in die Regionalliga schaffen kann, hängt von vielen Faktoren ab. Auf eins kann sich der SV Atlas aber damals wie heute verlassen: Die Zuschauer strömen weiter in Scharen zu den Spielen.

Volkhard Patten Nordwest-Fußball / Redakteur
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