DELMENHORST - Die Überraschung ist der niedersächsischen Kultusministerin Elisabeth Heister-Neumann geglückt. Am vergangenen Freitag stellte sie der Presse die Liste der Schulen vor, die Gelder für einen Ganztagsbetrieb erhalten. Schulleiter Gerhard Buczylowski traute seinen Augen kaum, als er am Sonnabend aus der NWZ erfuhr, dass auch seine Schule, die Delmenhorster Lessingschule, auf der Liste steht und im neuen Schuljahr finanzielle Unterstützung bei der Einrichtung von Ganztagsangeboten bekommt.
„Das war unser dritter Antrag. Ich freue mich sehr, dass das jetzt geklappt hat“, sagte Buczylowski am Dienstag. Mit den ihm zur Verfügung stehenden Mitteln – die genaue Summe steht noch nicht fest – möchte der Schulleiter der Förderschule Honorarkräfte einstellen, die am Nachmittag Unterrichtsstunden anbieten. Neben Englisch, Deutsch und Mathe sollen das in erster Linie persönlichkeitsbildende Kurse sein, etwa im musischen und sportlichen Bereich. Auch Unterrichtsstunden, die der Berufsorientierung dienen, oder ein Kursus, in dem der Mofaführerschein absolviert werden kann, kämen in Frage.
Eine Lehrerstunde, so Buczylowski, kostet im Schuljahr 1698 Euro. Wie groß das Nachmittagsangebot künftig sein werde, hänge demnach von der Höhe der Summe ab, die das Land Niedersachsen der Lessingschule zur Verfügung stellt. Eines stehe aber schon fest: Der Ganztagsbetrieb solle sich zuerst an die Schüler der Oberstufe (siebte bis neunte Klasse) richten. „Das Angebot ist für die Schüler freiwillig“, betont Buczylowski.
Bereits seit über 15 Jahren biete die Lessingschule für die Oberstufenschüler in Kooperation mit Sportvereinen ein Nachmittagsangebot an. Die Schüler könnten wählen etwa zwischen Fußball, Selbstverteidigung, Kanu fahren oder Reiten.
Das Land Niedersachsen fördert derzeit den Ganztagsschulbetrieb an 665 Schulen, dieses Angebot wird jetzt auf 885 ausgebaut. Zur Verfügung stehen dafür 4,8 Millionen Euro.
