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NWZonline.de Sport Fußball

Konzert: Den letzten Halt gibt die Trillerpfeife

21.06.2010

OLDENBURG Zur WM in Südafrika gibt es in der Arena Großes Haus des Staatstheaters einen feinen Kontrast. Im Staatstheater treten die Schiedsrichter nicht auf wie vom Fußballgott befohlene oder zumindest von einer Regelkommission gegängelte Neutra mit dem finsteren Gesichtsausdruck eines Kim Jong Hun. Das ist der Trainer von Nordkorea. Sie stellen sich nicht gegen die Spieler, sie nehmen vielmehr gemeinsam einen mitreißenden Rhythmus auf. Sie lächeln sogar – mit dem Erfolg, dass das begeisterte Publikum nicht über sie lacht.

Multi-Kulti-Truppen

Ganz im Geist des sportlichen Wettstreits steht das 4. Familienkonzert. Da gibt Johann Christian Bach eine Vorlage. Zwei Orchester wetteifern in seiner Sinfonie Es-Dur op. 18, Nr.1. Richtige Multi-Kulti-Truppen führen die Kapitäne Holger Zindler und Astrid Heinemann ins Feld. Musiker vom Staatsorchester und vom Jugendorchester der Musikschule mischen sich in bunter Reihe zu einem Riesen-Ensemble.

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Es fehlt nicht an Vorgeplänkel. „Wir sind topfit auf den Punkt“, berichtet Konzertmeister Zindler, selbst mal ein beinharter Freizeit-Fußballer, dem Moderator Michael Hagemeister. Im Sturm stehen die Geigen, hinten sichert die Viererkette der Celli.

Trainer und Schiedsrichter in Personalunion ist Kapellmeister Olaf Wiegmann. Nach zwölf lebhaften Jahren leitet er zum letzten Mal das Jugendorchester. Das ist die richtige Kombination für konzentriertes Tempospiel in den Ecksätzen. Keine Pfiffe hemmen den Spielfluss. Den Spielwitz wandeln die Akteure dann mit Tschaikowskis „Nussknacker“-Suite ins Tänzerische. Fußball und Ballett: Wer will Verbindungen leugnen?

Andreas Heuwagen hat es als Schiedsrichter mit widerborstigeren Kontrahenten zu tun. Mauricio Kagel, der Schalk der zeitgenössischen Musik, lässt in „Match“ von 1965 zwei Cellisten gegeneinander antreten. Die junge Gerke Jürgens fordert „Altmeister“ Andre Saad heraus. Gerke gibt sich kühl, vertraut auf ihre blendende Technik. Andre probiert es noch mit einem Liegestütz zum Aufwärmen.

Mögen die ersten Bälle noch kultiviert hin und her gekickt werden, so fliegen doch zunehmend die Fetzen. Heuwagen muss eine üppige Schlagzeug-Batterie einsetzen, um leidlich Ordnung zu schaffen.

„Col legno battuto“ wird als Taktik angewendet, da wird mit dem Holz des Bogens auf die Saiten geschlagen. Klirrende Klänge wechseln mit verzerrten durch starken Bogendruck. Es wird auf dem Steg gestrichen, oder dicht an den Fingern. Im vielschichtigen Klangkosmos findet der Spielleiter am Ende nur Halt an der Trillerpfeife . . .

Kagels Klassiker hat die Komponistenklasse der Musikschule zu einem eigenen Werk angeregt. Im Rahmen des Klangpol-Projekts „Response 10“ haben elf Jungen und Mädchen von elf bis 19 Jahren ein Fußballspiel in Töne gesetzt.

„Hymnen sind drin, der Klang vom Publikum, Fouls, ein Tor“, erläutert Mit-Komponist David Müllenmeister. Grandios! Das kann sich hören lassen. Jubel! Und wenn der Tonfall an die „glorreichen Sieben“ erinnert, dann fände auch dieses Orchester-Opus seinen Titel: „Die glorreiche(n) Elf!“

Vier Nachspielminuten

Am Ende der 90 Minuten Nettospielzeit tut sich dann gar ein gewaltiger Unterschied zur WM auf. Ins Finale ziehen nämlich alle Mannschaften ein, intonieren in den vier Nachspielminuten zusammen „We are the Champions“ von Freddie Mercury. Dieses Match kennt keinen Verlierer. Aber es gewinnt musikalisch in allen Belangen. In Oldenburg klingt alles vielfältig, abgestuft und herrlich bunt. Das übertrumpft jede Vuvuzela-XXXL-Bigband.

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