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NWZonline.de Sport Fußball

Der Fußball sorgt in Portugal für etwas Trost

30.04.2011

LISSABON Bankrott, aber happy: Ganz Portugal schwelgt im Fußballrausch. Nach den Halbfinal-Hinspielen der Europa League kann nur ein Wunder verhindern, dass sich zwei Clubs des ärmsten Landes Westeuropas am 18. Mai in Dublin im Finale treffen. Der FC Porto fegte am Donnerstag den FC Villarreal gleich mit 5:1 vom Platz und steht vor allem dank des Viererpacks von Kolumbiens Nationalstürmer Radamel Falcao praktisch im Endspiel.

„Tschüss Villarreal. Dublin ist Portugal“, titelte das Sportblatt „Record“ am Freitag in großen Lettern auf Seite eins. Rund 300 Kilometer südlich von Porto verschaffte sich Benfica Lissabon unterdessen im landesinternen Duell gegen Sporting Braga mit einem 2:1-Erfolg vor eigenem Publikum eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel am kommenden Donnerstag.

„Wenn man doch die Geldschulden mit Toren zurückzahlen könnte. . .“, hatte jüngst in Lissabon die Zeitung „A Bola“ sinniert. Immerhin: Der historische Fußball-Coup des kleinen Zehn-Millionen-Einwohner-Landes scheint fast perfekt. Bisher hatten nur die vier Fußball-„Granden“ England, Deutschland, Spanien und Italien ein europäisches Endspiel unter sich ausmachen dürfen. „Genies!“, jubelte die Zeitung „O Jogo“.

Der Kolumbianer Falcao besiegte Villarreal mit seinen vier Toren (49./Foulelfmeter, 67., 75. und 90.) fast allein. Den Erfolg perfekt machte Falcaos Landsmann Freddy Guarin, der vor 45.000 Zuschauern in der 61. Minute nach der Gästeführung durch Cani (45.) das 2:1 erzielte. „Ich werde dieses Spiel nie vergessen“, sagte Falcao, der mit 16 Treffern bester Torschütze des Wettbewerbs ist. Der 25-Jährige warnte aber: „Wir dürfen nicht entspannt nach Spanien fahren. Zu Hause sind die sehr, sehr stark“.

Die Partie in Lissabon lieferte vor 55.000 Zuschauern eher magere Kost. Trotz zum Teil klarer Feldüberlegenheit sprang am Ende dank Tore des Brasilianers Jardel (50.) und des Paraguayers Oscar Cardozo (59.) nur ein 2:1 für Benfica heraus. Ein Kopfball-Treffer von Bragas Brasilianer Vandinho (54.) aus 16 Metern erhält dem Außenseiter noch alle Chancen. „Wir drehen das Ding noch und verwirklichen unseren Traum“, versprach Vandinho.

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