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Der Jack Nicholson vom Borsigplatz

Otto-Ulrich Bals

Am Ende war eine Selbstverständlichkeit, was so nicht erwartet werden konnte: Borussia Dortmund stemmt zum zweiten Mal nacheinander die Meisterschale in den schwarz-gelben Himmel über dem Borsigplatz. War der Titelgewinn vor einem Jahr schon eine wirkliche Überraschung gewesen, so hatten selbst eingefleischte BVB-Fans nicht gleich mit dem nächsten Coup gerechnet.

Für zwei große Überraschungen am Stück (siehe Wolfsburg 2009) ist in der Bundesliga kein Platz. Schon gar nicht, wenn man wie die Borussia anfangs in der Liga mit acht Punkten hinter einem souveränen Spitzenreiter FC Bayern rangiert und in der Champions League naiv in jede Falle tappt. Nein, Dortmund im Herbst gab das Bild eines desillusionierten Fußballmeisters ab, für den maximal noch Platz zwei übrig bleiben würde.

Heute wissen wir: Erstens kam es anders und zweitens als man dachte. Die Borussia stürmte fortan von einem Rekord zum nächsten, sammelte Punkte wie kein zweites Team und überrumpelte am Ende völlig entsetzte Bayern. Was machen nun die in Dortmund besser als alle anderen? Zunächst einmal: Nach Jahren der Turbulenzen ist endlich Ruhe eingekehrt. Heute besitzt der BVB außer alten Schulden eine feine Sammlung von Spielern, die in technischer, taktischer und läuferischer Hinsicht stilprägend sind.

Dann sind da ein unendlicher Hunger, eine positive Gier, Lust und Spaß auf mehr zu nennen, die ein außergewöhnlicher Trainer einer ebenso charakterfesten Mannschaft eingeimpft hat.

Und jetzt kommt das Entscheidende: Nicht genug, dass der Trainer schon allein mit seinem markanten, zähnebleckenden Lachen eines Jack Nicholson die Konkurrenz in die Flucht schlagen könnte. Positivmensch Klopp ließ öffentlich keine Gelegenheit aus, die herausragenden Eigenschaften seiner Spieler hervorzuheben. Wieder und wieder predigte der Fußball-Charmeur Klopp Leidenschaft, redete sein Team stark – so stark, dass es am Ende für alle zu stark war.

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