Zürich - Franck Ribéry stand die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben, der sonst so coole Cristiano Ronaldo weinte derweil hemmungslos vor Freude: Der Traum vom „Ballon d’Or“, der Auszeichnung zum Weltfußballer des Jahres, war für Ribéry trotz seines überragenden Jahres 2013 und fünf Titeln mit dem deutschen Rekordmeister Bayern München geplatzt. Den Goldenen Ball aus den Händen von Fifa-Präsident Joseph Blatter nahm stattdessen zum zweiten Mal nach 2008 Ronaldo entgegen – Ribéry landete mit 1127 Punkten hinter Lionel Messi (1205) und Ronaldo (1365) gar nur auf Platz drei.
Grund zur Freude gab es für den deutschen Fußball aber mehr als je zuvor bei der Jahresfeier des Weltverbandes. Jupp Heynckes ist Welttrainer 2013, Silvia Neid gewann den Titel als beste Trainerin und Torfrau Nadine Angerer wurde zur weltweit besten Spielerin des Vorjahres gekürt. Dass neben Ribéry in Manuel Neuer und Philipp Lahm auch zwei deutsche Nationalspieler erstmals den Sprung in die Weltauswahl schafften, rundete das positive Bild ab.
„Ich bin sehr enttäuscht für Franck Ribéry. Wird es im nächsten Jahr wieder Ronaldo-Messi, in zwei Jahren Messi-Ronaldo und in drei Jahren Ronaldo-Messi?“, fragte Uefa-Präsident Michel Platini, dessen französischer Landsmann Ribéry nach der Wahlniederlage nicht vor die Presse trat.
Ronaldo – der im Vorjahr 69 Tore für Real Madrid geschossen, aber keinen Titel gewonnen hatte – war gerührt. „Ich möchte meiner Familie danken“, sagte der Portugiese mit brüchiger Stimme.
Lobeshymnen von unerwarteter Stelle bekam Welttrainer Heynckes schon bevor er auf die Gala-Bühne gerufen wurde. „Das war die großartigste Leistung eines Trainers, an die ich mich erinnern kann“, sagte Dortmund-Coach Jürgen Klopp über das Jahr von Heynckes mit dem FC Bayern in der Vorsaison – gekrönt vom Champions-League-Sieg in London gegen Klopps Borussia. Gemeinsam mit dem aus privaten Gründen nicht anwesenden Sir Alex Ferguson (ehemals Manchester United) musste er Heynckes den Vortritt lassen.
Bei den Frauen distanzierte Angerer, die ab April für die Portland Thorns in der amerikanischen Profiliga spielen wird, durch die tollen Leistungen beim EM-Sieg 2013 Vorjahressiegerin Abby Wambach und Fünffachsiegerin Marta. Bundestrainerin Neid setzte sich gegen Wolfsburgs Triple-Trainer Ralf Kellermann und Vorjahresgewinnerin Pia Sundhage aus Schweden durch.
