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NWZonline.de Sport Fußball

Fußball: Deutschland-Schreck steckt im Formtief

14.11.2013

Mailand Das Bild ging um die Welt und dürfte Joachim Löw noch heute Albträume bereiten. Nach seinem zweiten Tor im EM-Halbfinale 2012 (2:1) warf Mario Balotelli sein italienisches Nationaltrikot auf den Boden der Arena in Warschau, spannte seinen muskelbepackten und tätowierten Oberkörper an und schaute unter der Irokesenfigur grimmig ins Weite.

Boateng und Hummels verteidigen

Miroslav Klose fehlt wegen einer Schulterverletzung in den Testspielen gegen Italien an diesem Freitag und gegen England am kommenden Dienstag. Der an einer Grippe leidende Mesut Özil stieß dagegen am Mittwoch zum Nationalteam und kann voraussichtlich in beiden Partien eingesetzt werden. Der ebenfalls erkrankte Per Mertesacker kann wohl nur gegen England spielen. Gegen Italien werden Jérome Boateng und Mats Hummels die Innenverteidigung bilden. Joachim Löw betreut die Nationalmannschaft gegen Italien zum 100. Mal. Nur Sepp Herberger (167), Helmut Schön (139) und Berti Vogts (102) weisen mehr Länderspiele als Bundestrainer auf.

Psychologen werteten die archaische Pose des Stürmers wochenlang aus und sprachen von einer „Markierung des Reviers“, Medien fanden Übereinstimmungen zu Michelangelos Skulptur „David“. Balotelli selbst gab eine Statue der Szene in Auftrag. „Muskeln als Beweis und Ausdruck der Herausforderung für die Gegner“ sei die Vorgabe gewesen, sagte der auserwählte Künstler Livio Scarpella.

Eine Herausforderung ist Balotelli aber nicht nur für seine Gegner, sondern auch für die, die mit ihm arbeiten. Manchmal verzweifeln Trainer und Manager an dem 23-Jährigen, der für Bundestrainer Löw und die deutsche Nationalmannschaft an diesem Freitag (20.45 Uhr/ZDF) beim Testspiel in Mailand wieder zum Schreckgespenst werden will.

Damit dies gelingt und der seit mehr als einem Monat torlose Balotelli vor allem bei der WM wieder zum „Super-Mario“ wird, sind die Rollen in der Erziehung des Exzentrikers offenbar klar verteilt. Zuckerbrot vom Verband, die Peitsche vom Verein.

„Der Druck auf Balotelli ist stark“, sagte Verbandspräsident Giancarlo Abete und bat um Nachsicht: „Man muss ihn in Ruhe lassen. Er ist erst 23 Jahre alt. Er ist ein extrovertierter Stürmer mit außerordentlichen Qualitäten. Und für die Nationalmannschaft hat er stets Positives geleistet.“

Ihm zur Seite sprang der frühere Nationalcoach und Bayern-Trainer Giovanni Trapattoni. „In einem gewissen Alter überwiegt die jugendliche Überschwänglichkeit“, äußerte der 74-Jährige fast schon großväterlich: „Das ist vielen anderen Spielern auch so ergangen. Irgendwann erreicht man eine gewisse Ausgeglichenheit. Auch Balotelli wird diese noch finden.“

Beim AC Mailand versuchen sie derweil, Balotelli die Extravaganzen und Skandale auszutreiben. Auf Druck des Vereins rasierte er den „Iro“ ab und versprach, die Diamanten-Ohrringe abzulegen, seine Luxusvilla außerhalb der Stadt zu verlassen, den schwarzen Ferrari zu verkaufen und mehr Zeit mit den Mannschaftskollegen zu verbringen. Gerüchte, wonach ihm ein ehemaliger Elitesoldat als Aufpasser zur Seite gestellt wurde, wurden jedoch dementiert.

Nur zwei Tage nach dem öffentlichen Bekenntnis zierte Balotelli wieder die Schlagzeilen der italienischen Sportzeitungen, als er mit seinem etwas bescheideneren Audi einen Autounfall verursachte. In der Liga stehen für den zuletzt oft auf der Bank sitzenden Torjäger bisher mehr Gelbe Karten (4) als Treffer (3) in der Statistik. Nationaltrainer Cesare Prandelli setzt dennoch auf Balotelli und will ihn gegen Deutschland von Beginn an stürmen lassen.

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