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NWZonline.de Sport Fußball

DFB-Elf fehlt im Klassiker noch ein Sieg

26.06.2012

WARSCHAU Deutschland gegen Italien – das ist ein Fußball-Klassiker, der für die Deutschen häufig mit großen Schmerzen verbunden war. Von den sieben Duellen bei EM- oder WM-Turnieren gewann die DFB-Elf kein einziges. An diesem Donnerstag (20.45 Uhr/ARD) kommt es in Warschau zum erneuten Treffen. Die historischen Duelle im Überblick:

31. Mai 1962, WM-Vorrunde in Santiago/Chile, Italien - Deutschland 0:0. Die Zuschauer pfiffen aus Leibeskräften. Zunächst gegen die Italiener, die sich mit harscher Kritik am WM-Ausrichter Chile unbeliebt gemacht hatten, dann gegen beide Mannschaften, die destruktiven Fußball boten. Die deutsche Elf brachte es immerhin durch Uwe Seeler zu einem Lattenschuss, zweimal verweigerte der schottische Schiedsrichter der Elf von Sepp Herberger einen möglichen Elfmeter. In der zweiten Halbzeit beschränkten sich beide Teams nur noch darauf, Tore zu verhindern.

17. Juni 1970, WM-Halbfinale in Mexiko-Stadt, Italien - Deutschland 4:3 (1:1, 1:0) n.V. Von einem Jahrhundertspiel war zunächst wenig zu sehen. Beide Mannschaften boten bei rund 50 Grad Celsius im Azteken-Stadion von Mexiko-Stadt eher Rasenschach. Die unglaubliche Verlängerung, die das Spiel legendär machte, erzwang ausgerechnet der Italien-Legionär Karl-Heinz Schnellinger mit dem Ausgleich in der 90. Minute. Danach spielten sich die völlig erschöpften Akteure in einen Rausch und machten die Partie zum „besten WM-Spiel aller Zeiten“. Gerd Müller brachte die deutsche Mannschaft zwischenzeitlich in Führung, am Ende triumphierten die Italiener.

Tore: 1:0 Boninsegna (8.), 1:1 Schnellinger (90.), 1:2 Müller (95.), 2:2 Burgnich (99.), 3:2 Riva (104.), 3:3 Müller (110.), 4:3 Rivera (111.).

14. Juni 1978, WM-Zwischenrunde in Buenos Aires/Argentinien, Deutschland - Italien 0:0. Die Zuschauer in Buenos Aires bekamen wenig zu sehen: Dichter Nebel hing über der argentinischen Hauptstadt. Die deutsche Mannschaft, die schon in der Vorrunde zweimal 0:0 gespielt hatte, beschränkte sich auf die Defensive und gelegentliche Konter. Im Mittelpunkt stand Sepp Maier, der nicht nur mit seinem 16. WM-Spiel einen Torwartrekord aufstellte, sondern auch mit mehreren Glanzparaden eine Niederlage verhinderte. Der Punkt nutzte dem Team von Helmut Schön am Ende wenig, durch die Schmach von Cordoba gegen Österreich (2:3) in der zweiten Finalrunde verspielte die deutsche Mannschaft die Chance auf einen Platz unter den ersten Vier.

11. Juli 1982, WM-Finale in Madrid/Spanien, Italien - Deutschland 3:1 (0:0). Nach der „Schmach von Gijon“, dem Nichtangriffspakt beim 1:0 gegen Österreich, sowie der Attacke von Toni Schumacher gegen den Franzosen Patrick Battiston im Halbfinale hatte das deutsche Team wenig Sympathien. In der ersten Halbzeit hatte die Mannschaft von Jupp Derwall Glück, als Antonio Cabrini einen Elfmeter verschoss. Danach setzte sich Technik gegen Kampfkraft durch: Paolo Rossi wurde mit seinem sechsten Tor endgültig zum Star der WM. Als Paul Breitner – als bislang einziger Deutscher – auch in seinem zweiten WM-Finale traf, war längst alles entschieden.

Tore: 1:0 Rossi (57.), 2:0 Tardelli (69.), 3:0 Altobelli (81.), 3:1 Breitner (83.).

10. Juni 1988, EM-Gruppenphase in Düsseldorf, Deutschland - Italien 1:1 (0:0). Im Eröffnungsspiel war Italien überlegen, ging in der 53. Minute durch Roberto

  Mancini, heute Meistermacher von Manchester City, in Führung. Andreas Brehme glich mit einem Freistoß aus (ovales Bild) – Italiens Torhüter Walter Zenga hatte den Ball zuvor zu lange festgehalten. Ansonsten: keine besonderen Vorkommnisse.

Tore: 0:1 Mancini (53.), 1:1 Brehme (56.).

19. Juni 1996, EM-Gruppenphase in Manchester/England, Italien - Deutschland 0:0. Das große Spiel von Andreas Köpke. Der heutige Bundestorwarttrainer entschärfte Großchancen in Serie, hielt sogar einen Elfmeter von Gianfranco Zola (9.) – Italien war draußen, Deutschland Gruppensieger und auf dem Weg zum Titel. Über Kroatien und England ging es ins Finale gegen Tschechien, dann kam Oliver Bierhoff, der heutige Manager der Nationalmannschaft, mit seinem „Golden Goal“.

4. Juli 2006, WM-Halbfinale in Dortmund, Deutschland - Italien 0:2 (0:0) n.V. Es war das abrupte Ende der Heim-WM. Italien spielte besser, brachte aber den Ball nicht ins Tor – und dann kam Andrea Pirlo. Ein Pass wie ein Kunstwerk, als alle auf das Elfmeterschießen warteten, und Fabio Grosso drehte den Ball um Jens Lehmann herum. Das 0:2 durch Alessandro del Piero war ganz egal. Italien holte fünf Tage später den Titel, Deutschland tröstete sich damit, eine unglaubliche WM organisiert zu haben.

Tore: 0:1 Grosso (119.), 0:2 del Piero (120.+1).

Olaf Ulbrich
Redaktionsleitung Varel
Redaktion Friesland
Tel:
04451 9988 2501

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