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NWZonline.de Sport Fußball Pokal DFB-Pokal

Gladbach verhindert Blamage in Essen – Auch Kiel siegt

12.08.2017

Essen /Kiel Borussia Mönchengladbach hat nach einem harten Stück Arbeit und mit einer gehörigen Portion Glück die Auftakthürde im DFB-Pokal gemeistert. Der Bundesligist setzte sich am Freitagabend in einem echten Pokal-Fight beim Regionalligisten Rot-Weiss Essen mit 2:1 (0:1) durch. Bis zur 79. Minute hatte die Borussia, die noch nie in ihrer Vereinsgeschichte an einem Viertligisten gescheitert war, in Rückstand gelegen, dann drehten Joker Jonas Hofmann und Raffael (82.) das Spiel innerhalb von nur vier Minuten.

Nach dem unglücklichen Halbfinal-Aus im Vorjahr im Elfmeterschießen gegen Eintracht Frankfurt hofft die Borussia in diesem Jahr auf die erste Final-Teilnahme seit dem Cup-Sieg 1995. Benjamin Baier, der Bruder des Augsburger Bundesliga-Profis Daniel Baier, hatte die vom langjährigen Gladbacher Nachwuchs-Coach Sven Demandt trainierten Essener in der 29. Minute in Führung gebracht. Trotz der Niederlage tankte RWE Selbstvertrauen für die Liga. Mit nur einem Punkt aus zwei Spielen hatte Essen, das zuletzt 2007 in der 2. Bundesliga spielte, dort einen Fehlstart hingelegt.

Als die beiden westdeutschen Traditionsvereine sich 1982 zuletzt in einem Pflichtspiel gegenüberstanden, war von den heutigen Spielern noch keiner geboren, Gladbachs Manager Max Eberl spielte damals noch in der E-Jugend von Bayern München. Die ohne sechs verletzte Spieler angetretene Borussia übernahm mit den Neuzugängen Matthias Ginter und Denis Zakaria sogleich die Spielkontrolle und zeigte, dass sie die Aufgabe ernst nahm. Der Außenseiter, der in Erinnerung an den überraschenden Final-Einzug 1994 (1:3 gegen Bremen) in entsprechenden Retro-Trikots angetreten war, hielt aber mit großer Leidenschaft dagegen.

Glück hatten die Essener in der 23. Minute, als Schiedsrichter Patrick Ittrich nach einem Foul von Hervenogi Unzola an Nico Elvedi nicht auf Strafstoß für die Borussia entschied. Sechs Minuten später führte RWE plötzlich, als Kapitän Baier aus sieben Metern unhaltbar für Yann Sommer einköpfte.

Erst nach der Halbzeit wurde der Bundesligist zielstrebiger, der agile Ibrahima Traoré und der bis dahin kaum in Erscheinung getretene Confed-Cup-Sieger Lars Stindl schossen innerhalb weniger Sekunden jeweils knapp rechts vorbei (54.). Auf der Gegenseite verhinderte Sommer gegen Kai Pröger sogar das mögliche 0:2 (66.).

Gladbachs Trainer Dieter Hecking wechselte spät, brachte erst in der 67. Minute durch Jonas Hofmann für den beim Debüt unglücklichen Zakaria einen frischen Spieler. Hofmann leitete dann die Wende ein.

Holstein Kiel holt ersten Plichtspielsieg

Unterdessen hat Holstein Kiel nach seinem Fehlstart in der 2. Fußball-Bundesliga im DFB-Pokal seinen ersten Saisonsieg gefeiert. Der Aufsteiger setzte sich im Zweitliga-Duell gegen Aufstiegsfavorit Eintracht Braunschweig 2:1 (0:0) durch und zog damit erstmals seit 2011 wieder in die zweite Runde ein.

Marvin Duksch erzielte in der 77. Minute den Siegtreffer für die Gastgeber, die in bislang zwei Ligaspielen nur einen Punkt verbucht haben. Braunschweig, in der Meisterschaft mit vier Punkten absolut im Soll, schied zum zweiten Mal in Folge in der ersten Pokalrunde aus.

Christoffer Nyman hatte drei Minuten nach dem Seitenwechsel die schmeichelhafte Führung für die Eintracht erzielt. Dabei profitierte der Schwede von einer unglücklichen Entscheidung von Schiedsrichter Guido Winkmann (Kerken). Der Referee hatte kurz zuvor den Kielern nach einem klaren Foul von Eintracht-Kapitän Ken Reichel an Kingsley Schindler im Strafraum den fälligen Elfmeter verweigert. In der 71. Minute verwandelte Dominick Drexler dann einen Strafstoß zum Ausgleich, nachdem Joseph Baffo Marvin Ducksch per Notbremse gestoppt hatte und dafür die Rote Karte sah.

Vor 10.052 Zuschauern bestimmte Kiel von Beginn an das Geschehen, konnte im ersten Duell gegen die Niedersachsen nach über sieben Jahren aus seiner Überlegenheit zunächst aber kein Kapital schlagen. Vor allem Drexler, Duksch und Schindler sorgten immer wieder für Gefahr. Nach einem Foul von Dominik Schmidt an Onel Hernandez im Störche-Strafraum vergab dann Reichel den fälligen Strafstoß für die Gäste.

Mit Start des zweiten Durchgangs zeigte die Eintracht ein anderes Gesicht. Nach der glücklichen Führung durch Nyman wehrten sich die Hausherren nach Kräften gegen die drohende Niederlage und wurden am Ende für ihre couragierte Leistung belohnt.

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