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NWZonline.de Sport Fußball Pokal DFB-Pokal

Auf diesem Mann ruhen Pokal-Hoffnungen des HSV

23.04.2019

Hamburg Die Fans träumen vom ersten Pokalfinale seit 32 Jahren, Trainer Hannes Wolf hofft auf „ein bisschen Hilfe“ vom Fußballgott, und Torjäger Pierre-Michel Lasogga freut sich auf ein „richtig geiles Spiel“: Beim Hamburger SV herrscht vor dem Halbfinal-Kracher im DFB-Pokal gegen RB Leipzig an diesem Dienstag (20.45 Uhr/ARD) der Ausnahmezustand.

Der große Traum vom Endspiel in Berlin stellt für einen Tag sogar den verzweifelten Kampf um die Bundesliga-Rückkehr in den Schatten. „Für viele ist das einer der größten Momente in ihrer Karriere. Auch für mich persönlich“, sagte Lasogga, mit sechs Pokaltreffern bislang mit Abstand torgefährlichster HSV-Angreifer, und kokettierte mit der Rolle des Außenseiters. Gegen favorisierte Teams habe sein Team schließlich „immer die besten Spiele gemacht“.

Selbst Club-Legende Uwe Seeler (82), zuletzt immer skeptischerer Begleiter seines Vereins, sieht eine realistische Chance auf das erste Endspiel seit dem Pokalsieg von 1987. Leipzig sei zwar Favorit, sagte Seeler: „Aber im Pokal gehen ja die ganzen Wetten anders. Wenn der HSV gut spielt und konstant, dann würde ich sagen, haben sie eine Chance.“

Die Motivation könnte größer nicht sein. Denn neben den sportlichen Ehren – im Falle des Finaleinzugs wäre der tief gefallene Traditionsclub plötzlich nur noch einen Sieg von der Europa League entfernt – winken den chronisch klammen Hamburgern zusätzliche Millioneneinnahmen. „Wir wollen alles, was in unserer Macht steht, auf den Platz bringen“, sagte HSV-Coach Wolf. Für den Festtag im Pokal gegen die „Supermannschaft“ Leipzig verdrängt er sogar die Alltagssorgen in der 2. Liga. „Wir würden sehr, sehr gerne in Berlin spielen“, sagte er und verwies auf ein „paar Fußballspiele in der Geschichte, in denen nicht der Favorit gewonnen hat“. Man habe „immer eine Chance. Wir spielen, um zu gewinnen!“

Soweit das Gefühl, die Hoffnungen und Träume der Hamburger – die Fakten sprechen ganz klar für die Sachsen. Während der HSV zuletzt fünfmal in der Liga sieglos blieb (am Samstag kam das Team gegen Erzgebirge Aue nur zu einem 1:1) und das Unternehmen Wiederaufstieg inzwischen ernsthaft in Gefahr ist, schwebt Leipzig aktuell geradezu durch die Bundesliga. Nach fünf Siegen nacheinander ist die Qualifikation für die Champions League nur noch Formsache, auswärts gab es zuletzt sogar acht Siege in Folge.

„Wir wollen den letzten Schritt machen“, sagte RB-Trainer Ralf Rangnick: „Jeder bei uns im Verein brennt darauf, ins Finale einzuziehen.“ Ausgerechnet im Jahr seines zehnjährigen Bestehens winkt dem Brauseclub das erste große Finale. „Das wäre für die ganze Stadt, für die Fans und Spieler eine großartige Sache, ein einmaliges Erlebnis, dorthin zu kommen“, sagte Mittelfeldspieler Kevin Kampl.

Auf dem Weg ins Halbfinale schaltete Leipzig in Hoffenheim, Wolfsburg und Augsburg drei Bundesligisten aus, nun soll mit dem „gefühlten“ Erstligisten Hamburg der vierte folgen. „Wenn wir das schaffen, wollen wir gerne den Pokal holen“, sagte Rangnick. Und Hamburg? Ein Pokalsieg „wäre natürlich für die Stadt toll“, sagte Seeler. Aber der Aufstieg, so der DFB-Ehrenspielführer und sprach seinem Verein dann aus der Seele, „wäre wichtiger als alles andere“.

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