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NWZonline.de Sport Fußball Pokal DFB-Pokal

Spielt Jeddeloh bald häufiger im Marschwegstadion?

21.08.2018

Oldenburg /Jeddeloh Wer erstmals die ganz große Bühne betritt, der muss sich zunächst einen Namen machen. Als Frank Schmidt, Trainer des 1. FC Heidenheim, und Key Riebau, Coach des SSV Jeddeloh, auf der offiziellen Pressekonferenz zum Erstrundenspiel im DFB-Pokal gerade ihre Resümees zum 5:2 (3:0)-Erfolg des Zweitligisten gezogen hatten, musste sich Schmidt kurz entschuldigen. „Ach Key (gesprochen: Kii) heißt Du, ich hab ja eben Kai gesagt. Sorry dafür“, sagte der 44-Jährige in Richtung seines 16 Jahre jüngeren Kollegen. „Kein Ding, das geht so auch“, entgegnete Riebau lächelnd.

„Talentierter Trainer“

Eine herzliche Umarmung, ein fester Händedruck und der gegenseitige Wunsch nach „viel Erfolg“ später trennten sich die Wege der beiden Trainer. Zuvor hatte Schmidt dem jüngsten Coach des diesjährigen Pokalwettbewerbs ein gutes Zeugnis ausgestellt. „Key ist ein junger, talentierter Trainer, der seine Jungs richtig heiß macht. Wir wussten, dass wir auf eine gute Regionalligamannschaft treffen und wollten da besser sein, wo man es vom Favoriten nicht erwartet – in puncto Laufbereitschaft und Zweikampfstärke“, sagte Schmidt.

Riebau selbst nahm diese Aussagen zur Kenntnis. Mehr nicht. Zu gern hätte der 28-Jährige mit seiner Elf den Favoriten geärgert. Das 3:0 zur Pause war vor 4508 Zuschauern im Oldenburger Marschwegstadion aber schon die Entscheidung, starke letzte 20 Minuten mit den Treffern von Björn Lindemann und Thorsten Tönnies retteten aber zumindest die Stimmung beim SSV. „Wir haben uns in der Halbzeitpause gesagt, dass wir das Spiel trotzdem genießen, Spaß haben und nicht den Kopf in den Sand stecken wollen“, erzählte Riebau.

Das Spiel genießen. Das galt nicht nur für Spieler und Trainer, sondern auch für den ganzen Verein aus dem 1300-Seelen-Dorf Jeddeloh II. Einer, der das laut eigener Aussage „erst in zwei bis drei Tagen“ alles genießen kann, ist SSV-Teammanager Gerhard Meyer, so etwas wie der Cheforganisator der Ammerländer. „Dann guck ich mir mal die Höhepunkte im Internet an“, sagte Meyer, der am Montag noch voll mit der Nachlese der DFB-Pokalpremiere beschäftigt war.

Großer Aufwand im Vorfeld

„Das ist schon ein riesen Aufwand. Ich hatte vor dem Spiel drei Wochen Urlaub genommen, in dem ich eigentlich jeden Tag sechs bis acht Stunden mit dem SSV beschäftigt war“, berichtete der Bankkaufmann. Am Freitag und Samstag war ein SSV-Team bestehend aus zehn Leuten jeweils acht Stunden mit dem Aufbau und der Vorbereitung der größten Partie der Vereinsgeschichte beschäftigt. Am Spieltag selbst kümmerten sich rund 70 Sicherheitskräfte, zehn davon vom SSV, sowie etliche Freiwillige aus dem Clubumfeld um den reibungslosen Ablauf.

„Ich würde uns eine 2+ geben. Wir sind uns alle einig, dass es gut geklappt hat“, sagte Meyer, der aber zugab, ganz schön ins Schwitzen gekommen zu sein. „Es kommt immer noch wieder eine Kleinigkeit dazu, die man nicht eingeplant hat. Am Samstagabend mussten wir zum Beispiel kurzerhand graue Torwarttrikots beflocken, weil wir erst dann festgestellt haben, dass die Heidenheimer Keeper mit dem auch von uns eingeplanten Gelb anreisen werden.“ Für die Shirts gebe es natürlich genaue Auflagen vom DFB. „Sie waren aber zum Glück rechtzeitig fertig“, sagte Meyer. Ein anderes Beispiel sei, dass der SSV 15 Spielbälle für die Partie eingeplant hatte: „Der Schiedsrichter wollte aber 20. Also zurück nach Jeddeloh, weitere Bälle holen.“

Trotz der kleinen Problemchen habe sich der Umzug ins Marschwegstadion – aufgrund der DFB-Auflagen war eine Austragung in der heimischen 53acht-Arena nicht möglich – gelohnt. „Wenn wir alle Kosten abziehen, bleibt ein Gewinn im niedrigen fünfstelligen Bereich“, verriet der Teammanager. Viel wichtiger sei aber die Erkenntnis, dass die Abläufe funktionierten.

Erneuter Umzug möglich

„Man kann festhalten, dass das Marschwegstadion zum Beispiel im Landespokal künftig eine echte Alternative für uns ist“, sagte Meyer. Bei Halbfinal- oder Finalspielen könne er sich gut vorstellen, die größere Bühne erneut zu nutzen. „Bei uns könnten maximal 2500 Leute zugucken. Das heißt, hätten wir zuhause gegen Heidenheim gespielt, hätten wir 2000 Fans enttäuschen müssen“, rechnete der Teammanager vor.

Enttäuscht waren am Sonntag wohl wirklich nur die, die einen spannenderen Spielverlauf oder die Überraschung sehen wollten. Auch Trainer Riebau konnte auf seiner persönlich großen Bühne – am ARD- und Sky-Mikrofon – wieder lächeln: „Trotzdem ist das eine riesen Erfahrung für uns alle, für das ganze Dorf – ein schöner Tag.“

Lars Blancke
Redakteur
Sportredaktion
Tel:
0441 9988 2033

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