Frankfurt - Keine Gnade für Wiederholungstäter Dynamo Dresden: Der Zweitligist darf nach wiederholten Ausschreitungen seiner Fans in der Saison 2013/14 nicht am DFB-Pokal teilnehmen. Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes verfügte am Montag nach einer mehr als siebenstündigen Verhandlung den Pokal-Ausschluss, der die Sachsen sportlich und finanziell hart trifft.

„Das ist eine wirtschaftlich einschneidende Bestrafung. Dieses Urteil ist im Sinne der gesellschaftlichen Problematik nicht hilfreich“, klagte Dynamo-Geschäftsführer Christian Müller. Der sportlich angeschlagene Tabellen-16. der 2. Liga, der am Sonntag seinen Trainer Ralf Loose entlassen hatte, kann binnen einer Woche die Berufung vor dem DFB-Bundesgericht beantragen. „Die Gremien des Vereins werden über weitere Schritte beratschlagen“, kündigte Müller an.

Der Vorsitzende Richter Hans E. Lorenz begründete das Strafmaß für Dynamo mit den zahlreichen einschlägigen Vorbelastungen und dem Ausmaß der Ausschreitungen beim Pokalspiel in Hannover. Bei der Partie am 31. Oktober hatte die Polizei insgesamt 41 Straftaten verzeichnet. Es gab neun Verletzte und drei Festnahmen.

Schon im Vorjahr verfügte das Sportgericht wegen der Krawalle Dresdener Fans in Dortmund einen Pokal-Ausschluss, der in einer Berufungsverhandlung vor dem DFB-Bundesgericht in eine Strafe von 100 000 Euro und in ein Geisterspiel in der 2. Liga umgewandelt wurde. „Im letzten Jahr hat das DFB-Bundesgericht nach den Vorfällen in Dortmund ausdrücklich davor gewarnt, dass im Wiederholungsfall der Pokal-Ausschluss droht“, kommentierte Lorenz das harte Urteil.

Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann begrüßte die Entscheidung. Das Urteil sei „angesichts der aggressiven Fußball-Chaoten in den Fanreihen von Dynamo Dresden sehr nachvollziehbar“, sagte der CDU-Politiker.

Bundesligist Hannover 96 muss als Folge der Krawalle 70 000 Euro Strafe zahlen. Die Niedersachsen haben das Urteil angenommen, es ist damit rechtskräftig.

„Der Schaden für Hannover 96 ist immens, nicht nur finanziell. Entsprechende Konsequenzen für die Verursacher haben wir nach den Vorfällen bereits gezogen. Ich will zum jetzigen Zeitpunkt nicht ausschließen, dass diese noch umfassender werden“, erklärte 96-Präsident Martin Kind.

In Hannover hatten Dynamo-Anhänger bereits vor dem Anpfiff in einigen Stadionbereichen die Eingänge zu den Blöcken gestürmt. Zudem wurde Pyrotechnik gezündet. Nach der Partie liefen rund 200 Gäste-Anhänger auf das Spielfeld, wurden aber von der Polizei zurückgedrängt.