Dortmund - Unglaublich, unnachahmlich, unerreicht – Paco Alcácer hat sich binnen weniger Wochen in die Geschichtsbücher der Fußball-Bundesliga geschossen. Auch beim eher unspektakulären 2:0 (1:0) über den SC Freiburg setzte der Dortmunder Zugang seine wundersame Erfolgsstory fort. Sein neuntes Jokertor im achten Bundesliga-Einsatz befreite den Spitzenreiter in der Nachspielzeit von der Angst vor einem unnötigen Rückschlag und sorgte bei den Fans für die perfekte Einstimmung auf das Revierderby gegen Schalke 04 am kommenden Samstag. „Er spürt Fußball im Strafraum und ist sehr, sehr gefährlich“, lobte Trainer Lucien Favre.
Tore des kurz zuvor eingewechselten Alcácer werden in Dortmund allmählich zum festen Ritual. Diesmal benötigte der einstige Profi des FC Barcelona 21 Minuten, um seinen Ruf als BVB-Glücksbringer zu pflegen. Mit neun Jokertoren egalisierte der 25-Jährige die bisherigen Bestmarken des Freiburgers Nils Petersen (2016/17) sowie des Stuttgarters Ioan Viorel Ganea (2002/03), hat aber noch viele Spiele vor sich, um an ihnen vorbeizuziehen. Nur der Hamburger Charly Dörfel erzielte 1963 in seinen ersten acht Bundesliga-Spielen zehn Tore. Gemessen an seinen Einsatzzeiten traf Alcácer jedoch im Schnitt häufiger – alle 28 Minuten.
Dank der Kaltschnäuzigkeit von Alcácer und der Nervenstärke von Marco Reus beim Foulelfmeter (40.) blieb die Borussia auf Kurs Richtung Herbstmeisterschaft und überstand auch das 13. Saisonspiel ohne Niederlage. „Zum Glück sind wir geduldig geblieben. Das war wichtig“, befand Favre.
Der Schweizer sammelte nicht nur aufgrund des anhaltenden Höhenflugs seiner Mannschaft Pluspunkte bei den Fans. „Ich verstehe die Leute, die protestieren, hier und überall. Ich würde alle Spiele am Montag total verbieten“, kommentierte er die Aktion der Ultras, die in der ersten Halbzeit aus Protest gegen Montagsspiele im deutschen Fußball die Unterstützung eingestellt hatten.
