DORTMUND - Die Champions League steht für Werder Bremen fünf Runden vor Ende der Fußball-Bundesliga nicht mehr zur Diskussion. Die 1:2-Pleite im Verfolgerduell bei Borussia Dortmund hat die Königsklasse zu einem Tabu-Thema gemacht. „Wenn wir so spielen, reicht es nicht, um noch oben anzugreifen“, schimpfte Geschäftsführer Klaus Allofs und fällte ein hartes, aber gerechtes Urteil über den meist schwachen Auftritt am Sonnabend: Anfangs „total fahrlässig“, phasenweise „katastrophal“ – und für die Einstellung die Note ungenügend: „Die totale Bereitschaft war bei uns nicht da.“
Marko Marin, nach seinen zuletzt starken Auftritten diesmal in der Pause gegen Daniel Jensen ausgetauscht, gab unumwunden zu: „Nach so einer Partie müssen wir nicht mehr über Platz drei reden.“
Vor dem Heimspiel gegen den SC Freiburg am Sonnabend (15.30 Uhr) liegen die Bremer fünf Punkte hinter dem Tabellendritten Leverkusen. Allofs: „Es sollte sich jeder mit Erklärungen zurückhalten, wohin wir noch wollen und auf welche Mannschaften wir schauen. Wir müssen einfach unsere Spiele gewinnen.“
Wie schon mehrfach in dieser Saison war Werder in Dortmund zu Beginn nicht wach. „Wir sind halbherzig hinterher gelaufen“, erkannte Torwart Tim Wiese nach den Kopfball-Treffern von Kevin Großkreutz (9.) und Neven Subotic (22.). Nach dem Anschluss von Aaron Hunt (65.) keimte bei den Gästen Hoffnung auf, doch Claudio Pizarro scheiterte an der Latte. „Es klappt eben nicht immer, mehrere Tore aufzuholen. Es gab einfach zu viele Partien, in denen wir zu viel Zeit verstreichen ließen, um unsere Leistung abzurufen“, befand Trainer Thomas Schaaf.
Das Fehlen des gesperrten Torsten Frings wollte Allofs nicht als Entschuldigung gelten lassen: „Das lag nicht an der Besetzung, sondern an der Art und Weise, wie wir das Spiel angegangen sind. Die erste Regel heißt immer noch: Laufen.“
Doch auch beim BVB ist die Champions League vorerst kein Thema. „Wir reden weiter nur von der Europa League“, waren sich Clubchef Hans-Joachim Watzke und Trainer Jürgen Klopp einig.
