DORTMUND - Selbst der Bundestrainer geriet ins Schwärmen. Die Borussia ist zurück in Meisterform, lobte Tribünengast Joachim Löw nach dem famosen 3:1 (2:0) der Dortmunder über 1899 Hoffenheim. Auch ohne seinen verletzten Superstar Mario Götze knüpft der Titelverteidiger mehr und mehr an das Spitzenniveau der vorigen Saison an. Wie schon beim 5:1 zum Rückrundenstart in Hamburg gab es für Fußball-Lehrer Jürgen Klopp nur wenig Grund zur Klage: Das war phasenweise ein herausragendes Heimspiel.
Auch Hoffenheim, das bisher noch kein Bundesliga-Spiel in Dortmund verloren hatte, ging im Angriffswirbel unter. Nur noch 180 Spielminuten ist der BVB von seiner Bestmarke aus der Vorsaison mit 15 Partien ohne Niederlage entfernt. Wir haben uns zuletzt kontinuierlich verbessert. Das trägt nun Früchte, sagte Shinji Kagawa.
Urplötzlich schien der noch vor wenigen Tagen vorherrschende Kummer über den langen Ausfall von Götze verflogen. Zur Freude aller Fußball-Ästheten schlüpfte Kagawa in dessen Rolle als hochbegabter Künstler. Allein das geniale Zusammenspiel mit Kevin Großkreutz, das der japanische Nationalspieler zum zwischenzeitlichen 3:0 (55.) nutzte, riss die Zuschauer von den Sitzen. Zuvor hatten Kagawa (16.) und Großkreutz (31.) schon je einmal getroffen.
Nur gut für die Hoffenheimer, dass der BVB nach dem 3:0 die hohe Taktzahl drosselte. Dies nutzten die Gäste, um sich halbwegs manierlich aus der Affäre zu ziehen. Fabian Johnson (63.) traf zum 1:3. Immerhin haben wir uns nach dem 0:3 nicht abschlachten lassen, sagte 1899-Torwart Tom Starke.
Die Dortmunder jubelten indes nur einer nicht richtig. Der von den Fans gefeierte Lucas Barrios wurde wieder erst in der Schlussphase eingewechselt, die Zeichen stehen auf Trennung. Es gibt nichts Neues. Uns liegt noch nichts vor, sagte Sportdirektor Michael Zorc.
Das könnte sich bis zum Ende der Transferperiode am Dienstag ändern. Dem Vernehmen nach wäre der BVB bei einer Offerte in Höhe von mindestens zehn Millionen Euro bereit, den Torgaranten der vergangenen beiden Spielzeiten abzugeben. Laut Medienberichten wollen Clubs aus England und Spanien eine solche Summe zahlen.
