DORTMUND - Die Stimmung ist meisterlich, der Rubel rollt – Borussia Dortmund ist im Rausch der Emotionen, nun kann die Planung für die Titelparty und die Zukunft beginnen. Etwa 20 Millionen Euro allein aus den Gruppenspielen in der Champions League haben die Westfalen quasi in der Tasche, jedoch (noch) nicht die begehrte „Salatschüssel“.

Dennoch stimmt sich inzwischen ganz Fußball-Dortmund auf den siebten Titel der Borussia ein. Einzig die Stadtoberen warten noch ab. Die ganz große Party wird aber in jedem Fall erst am letzten Bundesliga-Spieltag am 14. Mai steigen. „Nach dem Unfall mit mehreren Toten bei der Loveparade in Duisburg ist es schwierig geworden, größere Festlichkeiten kurzfristig zu organisieren“, sagte ein Sprecher der Stadt. Für einen spontanen Freudentaumel am Osterwochenende blieben den Fans dann höchstens die zahlreichen Dortmunder Kneipen.

Einzig das Saison-Aus für Nuri Sahin trübt die Meistervorfreude ein wenig. Der 22-jährige türkische Nationalspieler zog sich im Bundesliga-Spiel gegen Freiburg am Sonntagabend (3:0) einen Teilriss des Innenbandes im rechten Knie zu und fällt sechs Wochen aus. Das teilte der Tabellenführer am Montagnachmittag mit. „Für Nuri ist bis zum Ende der Saison kein Einsatz mehr möglich“, sagte BVB-Arzt Dr. Markus Braun.

Über die Spekulationen um einen eventuellen Wechsel am Saisonende zu Real Madrid meinte der türkische Nationalspieler in einem Fernsehinterview vielsagend: „Die Fans werden schon wissen, wie ich mich entscheide.“ Das klingt nach einer Vertragsverlängerung.

Nach dem souveränen Sieg gegen Freiburg feierten die Fans noch lange nach dem Abpfiff, als sei die Meisterschaft schon im Sack. Doch für Trainer Jürgen Klopp zählt nur die Realität: „Das interessiert mich alles nicht. Wir müssen jetzt nach Gladbach, das in den Abstiegskampf zurückgekehrt ist. Dort wird man uns sicherlich nicht mit Tröten empfangen.“

Geht es aber nach den Anhängern, dann war der perfekte Supersonntag mit der Niederlage des Verfolgers Bayer Leverkusen (1:5 bei Bayern München) der Start in vier Dortmunder Jubel-Festwochen bis zur Übergabe der Meisterschale am 14. Mai nach dem Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt.

Angesichts des Vorsprungs von acht Punkten und der überragenden Tordifferenz von plus 44 (Klopp: „So viele haben wir früher noch nicht mal geschossen“) benötigt der BVB nur noch vier Zähler aus den restlichen vier Saisonspielen, um eine außergewöhnliche Saison zu krönen.