DORTMUND - Bitteres Aus im DFB-Pokal, schmerzlicher Rückschlag im Bundesliga-Titelkampf – beim Hamburger SV beginnt das große Zittern. „Noch können wir viel erreichen, haben es sogar selbst in der Hand. Doch wenn es nicht sein soll, dann müssen wir wenigstens Platz fünf sichern. Wir wollen ins europäische Geschäft“, appellierte Trainer Martin Jol nach der 0:2 (0:1)-Niederlage bei Borussia Dortmund, dem zweiten Negativ-Erlebnis innerhalb von vier Tagen, an seine frustrierten Fußball-Profis. „Wir haben immer noch das Vertrauen, etwas erreichen zu können“, formulierte es HSV-Vorstandschef Bernd Hoffmann am Sonntag ähnlich.

„Das Spiel abhaken, abschalten, regenerieren und die letzten Kräfte sammeln“, meinte Nationalspieler Piotr Trochowski mit Blick auf das nächste „Endspiel“, dem ersten Halbfinal-Duell im Uefa-Cup an diesem Donnerstag (20.45 Uhr/Sat 1) bei Werder Bremen. Und auch in der Bundesliga dürfe man sich keine Ausrutscher mehr leisten. „Selbst die Dortmunder kommen immer näher“, stellte der Mittelfeldspieler angesichts der fünf Punkte Abstand des Tabellenfünften zu den Verfolgern Schalke 04 und Dortmund (beide 49 Zähler) fest.

„Wir haben nach dem Pokalspiel eine Reaktion gezeigt, nur nicht was das Ergebnis angeht. Wir waren nicht platt, aber auch nicht konsequent genug“, sagte Jol nach einer Partie, in der Hamburg eine halbe Stunde lang Ball und Gegner laufen ließ, aber ab der Strafraumgrenze ohne den verletzten Ex-Dortmunder Mladen Petric und in der ersten Halbzeit ohne Ivica Olic jegliche Torgefahr vermissen ließ.

20:6 Flanken und 54 Prozent Ballbesitz für den HSV spiegeln die Begegnung vor 80 552 Zuschauern im ausverkauften Dortmunder Stadion wider. Der BVB kämpfte sich gut organisiert ins Spiel und brach das Eis durch das Führungstor von Kapitän Sebastian Kehl (32.). Der Treffer spielte den Borussen in die Karten, allerdings ließen sie anschließend zahlreiche Konterchancen ungenutzt, ehe Alexander Frei (90., Foulelfmeter) den Sack zumachte und die Arena in ein Tollhaus verwandelte.

Die Dortmunder Party nach dem fünften Sieg in Folge und dem 400. Heimerfolg in der Bundesliga wollte nicht enden.