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NWZonline.de Sport Fußball

Fußball: Neuanfang weit weg vom großen Rummel

08.10.2020

Dortmund Eindhoven statt Berlin, Eredivisie statt Bundesliga, niederländische Beschaulichkeit statt Big-City-Rummel. Auf der Suche nach einem neuen Impuls für seine ins Stocken geratene Karriere ist Mario Götze fündig geworden. In der Hoffnung auf mehr Spielanteile und Wertschätzung unterschrieb der zuvor vereinslose Weltmeister von 2014 einen Zweijahresvertrag bei der PSV Eindhoven – und nicht wie erwartet bei Hertha BSC. „Ich fühle mich bereit für eine ganz andere Herausforderung und bin zuversichtlich, dass dies ein sehr angenehmer Übergang für mich sein wird“, kommentierte Götze.

Nach monatelangen Spekulationen über einen Wechsel zur AS Monaco, einer Rückkehr zum FC Bayern und dem Interesse aus Berlin gab der vom ehemaligen Leverkusener Trainer Roger Schmidt gecoachte Tabellenzweite der niederländischen Liga den Coup bekannt und sorgte in den heimischen Medien für mächtig Wirbel. „Ich hatte viele Angebote diesen Sommer, aber ich bin ein Gefühlsmensch und treffe meine eigenen Entscheidungen“, wurde der Siegtorschütze des WM-Finales von Rio zitiert.

Das Dasein als Edelreservist, das dem 28-Jährigen zuletzt in Dortmund zu schaffen machte, soll ein Ende haben. Sein während der Vereinssuche geäußerter Wunsch, einmal die Champions League gewinnen zu wollen, dürfte in Eindhoven jedoch kaum in Erfüllung gehen. Nach Stationen im Rampenlicht der Branchengrößen aus Dortmund und München muss sich Götze in Eindhoven fürs Erste mit der Europa League begnügen.

Für solch positive Signale ist der leidgeprüfte Götze derzeit extrem empfänglich. Nach ersten Profi-Jahren mit steiler Erfolgskurve, zwei Meisterschaften und einem Pokalsieg in Dortmund begann sein Stern mit dem Wechsel 2013 zum FC Bayern zu sinken. Diesen Trend konnte auch der historische WM-Treffer von Rio nicht umkehren. In München wurde Götze zwar dreimal Meister, aber nie glücklich. Und auch die Rückkehr 2016 nach Dortmund trug nicht zur erhofften Wende bei.

Zuletzt war für Götze im System von Trainer Lucien Favre kein Platz mehr. Es passte ins Bild eines um Neuorientierung bemühten Profis, dass er sich zuletzt zweimal einen neuen Berater suchte. Ein Foto auf der Homepage seines neuen Clubs zeigt ihn in kämpferischer Pose mit geballten Fäusten. Entscheidend für den Erfolg von Götze dürfte sein, wie er sich mit dem von Schmidt favorisierten sehr laufintensiven Fußball arrangiert.

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