DORTMUND - Mit versteinerter Miene flüchtete Arjen Robben (28) vom Rasen. Das 0:1 des FC Bayern im Spitzenspiel der Fußball-Bundesliga bei Borussia Dortmund machte dem Niederländer – mehr noch als seinen Mitspielern – mächtig zu schaffen. Ausgerechnet dem international so erfahrenen Star versagten auf großer Bühne die Nerven. Bei einem Foulelfmeter und einer weiteren Großchance in der Schlussphase hätte er die Niederlage verhindern können.

Doch Robben traf nicht, und wurde dafür scharf kritisiert. „Bei mir als Trainer hätte er nicht geschossen. Er war der Gefoulte. Es stand ihm nicht zu, den Elfmeter zu schießen. Aber vielleicht ist das noch nicht bis nach Holland vorgedrungen“, monierte Bayern-Ehrenpräsident Franz Beckenbauer.

Seine stärkste Szene hatte Robben nach dem Spiel. Trotz seiner schwachen Vorstellung stellte sich der WM-Zweite den Fragen der TV-Journalisten. „Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Ich habe in den letzten Jahren zehn oder elf Elfmeter in Serie verwandelt. Heute war es der erste, den ich verschossen habe. Ja, das ist peinlich, Entschuldigung“, räumte er sichtlich niedergeschlagen ein.

Zu allem Überfluss musste Robben auch noch den Spott von Roman Weidenfeller ertragen. „Die Fairness hat gesiegt und nichts anderes“, tönte der Dortmunder Torwart, der den Versuch parierte. Im Zweikampf mit dem Keeper war Robben im Strafraum zu Fall gekommen. Für Weidenfeller eine eindeutige Situation: „Ich habe ihn nicht berührt, und er hebt, wie er es immer gern macht, mit beiden Füßen ab und plumpst drüber.“ Die Fernsehbilder zeigten allerdings, dass Weidenfeller den Niederländer eindeutig berührt hatte.

Auch Neven Subotic fand deutliche Worte. Der BVB-Abwehrspieler baute sich nach dem Fehlschuss erbost vor dem konsterniert wirkenden Schützen auf und redete heftig auf ihn ein. „Ich habe es als Schwalbe empfunden, und darauf habe ich keinen Bock. So was in der Art habe ich ihm gesagt“, sagte Subotic später.

Bei nun sechs Punkten Rückstand auf den Tabellenführer BVB schrieb Bayern Münchens Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge die Meisterschaft nahezu ab: „Ich schätze, dass der BVB zu 99 Prozent deutscher Meister ist.“

Der verschossene Elfmeter war nicht der einzige Aufreger um Robben. Beim Dortmunder Siegtreffer von Robert Lewandowski (77. Minute) hob er das Abseits auf. Und Sekunden vor dem Abpfiff bugsierte der Techniker den Ball aus kürzester Distanz freistehend über das leere Tor.