DORTMUND - Reinhard Rauball saß an seinem Schreibtisch in der Geschäftsstelle und hatte mit den Folgen der Meister-Party zu kämpfen. „Als Felipe Santana nach dem Spiel mit einem Fünf-Liter-Glas Bier auf mich zukam, bin ich losgesprintet und habe mir eine Adduktoren-Zerrung zugezogen“, berichtete der Präsident des alten und neuen deutschen Fußball-Meisters Borussia Dortmund. Aber bei der Übergabe der Meisterschale in seiner Funktion als Liga-Chef beim Saisonfinale am 5. Mai will er wieder fit sein.
„Es ist grundsätzlich eine große Ehre, den deutschen Meister zu ehren. Aber wenn es dann auch noch der Verein ist, dem man seine Seele verschrieben hat, dann ist das, abgesehen von privaten Höhepunkten, eines der Highlights in meinem Leben“, sagte Rauball.
Den Tag nach der Meisterparty verbrachte Jürgen Klopp derweil auf der Couch. Vor dem heimischen TV ließ es der BVB-Trainer ruhiger angehen. Die Erinnerungen an eine denkwürdige Sause in der Nacht und an eine famose Bundesliga-Saison halfen, den Kater zu vertreiben. Im Überschwang der anhaltenden Hochgefühle gab er ein ungewöhnliches Treuebekenntnis ab. „Warum denn nicht“, antwortete der vertraglich bis 2016 gebundene Coach auf die Frage, ob er sich ein lebenslanges Engagement beim BVB vorstellen kann.
Der Erfolgshunger in Dortmund jedenfalls ist noch nicht gestillt. Ermutigt durch den neuerlichen Meistercoup nehmen alle Beteiligten weitere Ziele ins Visier. Schon im Pokalfinale am 12. Mai in Berlin gegen den FC Bayern soll die jüngste Erfolgsstory fortgesetzt werden. „Wir haben die Chance, Historisches zu schaffen. In unserer Vereinshistorie wurde noch nie das Double geholt. Das können wir jetzt nachholen“, sagte Sportdirektor Michael Zorc.
Für die Kulisse am Tag danach ist schon gesorgt: Der BVB erwartet zur Titelfeier am 13. Mai 250 000 Fans in der Stadt. Einen Tag nach dem Pokalfinale soll ein Autokorso mit der Mannschaft durch die Innenstadt ziehen. Weil in Nordrhein-Westfalen an dem Sonntag ein neuer Landtag gewählt wird, startet der Korso nach Schließung der Wahllokale (18 Uhr) um 18.09 Uhr, sagte Oberbürgermeister Ullrich Sierau in Dortmund.
