DORTMUND - Den Kiebitzen beim Training fuhr am Donnerstagmorgen ein Schreck durch die Glieder. Mit schmerzverzerrtem Gesicht humpelte Marco Reus an den Spielfeldrand, zog seine Fußball-Schuhe aus und ließ sich behandeln.

Ausgerechnet Reus, denn auf ihm ruhen alle Hoffnungen von Borussia Mönchengladbach im Bundesligaendspurt um die direkte Qualifikation für die Champions League. Auch im Gastspiel an diesem Sonnabend bei seinem neuem Club, dem designierten Meister Borussia Dortmund. Gladbachs Trainer Lucien Favre hofft dennoch auf den Einsatz seines besten Torschützen.

Während der BVB eine eventuelle Meisterfeier plant, macht Reus aus seinen Zielen keinen Hehl: Er will den Dortmundern die Party vermasseln. „Natürlich wollen wir das. Wir sind jetzt einen Punkt hinter Schalke, und wir sehen noch eine große Chance auf Platz drei“, sagte der 22-Jährige, der im Sommer für eine Ablösesumme von 17,5 Millionen Euro zur schwarz-gelben Borussia und zugleich in seine Geburtsstadt zurückkehren wird. Für Reus wäre die Dortmunder Meisterfete jedoch nicht aufgehoben, sondern nur aufgeschoben: „Dortmund steht für mich zu 99 Prozent als Meister fest.“

Wenn das Spiel am Sonnabend (18.30 Uhr) angepfiffen wird, könnten die Dortmunder unter Umständen aber sogar schon Meister sein. Und zwar dann, wenn der acht Punkte zurückliegende Verfolger Bayern München in Bremen nicht gewinnt. Unabhängig davon, wäre der BVB mit einem Sieg im Borussen-Duell durch und könnte feiern.

Größeren Druck verspürt Reus wegen der besonderen Konstellation und seinem Wechsel jedoch nicht. „Ich freue mich aufs Spiel, weil es um viel geht“, sagte der Noch-Gladbacher. Seine künftigen Mitspieler hingegen sind vor dem Duell hin- und hergerissen. „Gegen den zu spielen, ist eine riesige Herausforderung für jeden Verteidiger“, kommentierte Neven Subotic: „Er ist eine Rakete, und ich bin heilfroh, dass Marco im Sommer zu uns kommt.“

Doch einmal noch ist Reus nur zu Gast in seiner westfälischen Heimat. In Dortmund wuchs er im Stadtteil Körne auf, spielte in der A-Jugend des BVB, bevor ihn sein Weg über den damaligen Zweitligisten RW Ahlen nach Mönchengladbach führte. Dort hat sich der Nationalspieler in den vergangenen Jahren derart gut entwickelt, dass er gleich bei mehreren Clubs auf der Wunschliste stand. Das Rennen machte der BVB.