Donezk - Mats Hummels war sichtlich erleichtert. Lächelnd und mit viel Geduld meisterte der Nationalspieler den Interview-Marathon nach dem Spiel. „Mir ist ein riesiger Stein vom Herzen gefallen“, sagte er nach seinem späten Ausgleichstor zum 2:2, das Borussia Dortmund im Achtelfinal-Hinspiel bei Schachtjor Donezk vor der ersten Saisonniederlage in der Champions League bewahrt hatte.

Hummels‘ Auftritt als Hauptdarsteller in wechselnden Rollen machte die über weite Strecken wenig hochklassige Partie zum dennoch sehenswerten Schauspiel. Sowohl in der Szene, die dem Freistoßtor von Dario Srna (31. Minute) vorausging, als auch vor der zweiten Führung des ukrainischen Meisters durch Douglas Costa (68.) wirkte der Abwehrchef zu zögerlich. Das brachte die Borussia in große Not, obwohl sie über weite Strecken dominiert hatte.

Trotz seiner Patzer behielt Hummels die Nerven und traf per Kopf in der 87. Minute zum Ausgleich. Die Chancen, im Rückspiel am Dienstag, 5. März (20.45 Uhr/Sky), das Viertelfinale zu erreichen, stehen nun gut.

Doch angesichts des Flugzeugunglücks in der ukrainischen Metropole geriet der Fußball fast zur Nebensache. In einer Schweigeminute vor der Partie gedachten Spieler und Fans der Opfer der Bruchlandung am Nachmittag. Beim Anflug im Nebel war eine aus Odessa kommende ukrainische Linienmaschine über die Landebahn hinausgeschossen und zerbrochen. Fünf Menschen kamen dabei ums Leben. Dem Vernehmen nach wollten einige Passagiere die Partie in der Donbass-Arena besuchen.

„Das ist das Perverse an diesem Job. Dass man so etwas mit Spielbeginn total ausblenden muss“, sagte BVB-Trainer Jürgen Klopp, der seine Profis kurz vor dem Anpfiff über die Tragödie informiert hatte: „Aber da waren die Jungs schon im Tunnel.“

Beim Start am nächsten Morgen waren die Trümmer der Antonow noch neben der Startbahn zu sehen. Dennoch gab es bei der Abreise keine Störungen. Schon in der Nacht war der Flughafen wieder geöffnet worden. Mannschaft und Fans landeten programmgemäß in Dortmund.