DORTMUND/GELSENKIRCHEN - Dortmund sicher im Uefa-Pokal, Schalke weiter auf Kurs in die Championsliga – doch von ruhigen Zeiten kann bei den Westrivalen der Fußball-Bundesliga keine Rede sein. Hüben wie drüben bestimmen die Trainerdiskussionen das Tagesgeschäft der Clubs.
Die Situation in Schalke:
Die Verpflichtung von Trainer Fred Rutten steht offenbar unmittelbar bevor, derweil sorgt Ex-Coach Mirko Slomka mit einer Generalabrechnung beim Bundesliga-Dritten für Unruhe. Nach Medieninformationen wird der Niederländer Rutten, derzeit in Diensten des Ehrendivisionärs Twente Enschede, beim Vizemeister einen Vertrag bis 2010 unterschreiben. „Die Fährte ist eher warm als kalt“, erklärte Manager Andreas Müller am Montag, bestätigte die Verpflichtung aber nicht. Angeblich soll Enschede, das in den Niederlanden um die Championsliga-Qualifikation spielt, rund 500 000 Euro Ablöse erhalten.
Schalke hatte Slomka nach dem 1:5 in Bremen entlassen, derzeit fungieren die einstigen „Eurofighter“ Mike Büskens und Youri Mulder als Trainergespann. Slomka zeigte sich indes tief enttäuscht von Abwehrchef Marcelo Bordon. „Die Spieler müssen jetzt einerseits natürlich die Linie des Vereins stützen. Aber von Marcelo, den ich zum Kapitän gemacht habe, hätte ich mir mehr Respekt und Anstand erwartet“, sagte der 40-jährige Slomka. Bordon hatte nach dem 5:0 gegen Cottbus, im ersten Spiel unter dem Gespann Büskens/Mulder, erklärt, dass die Mannschaft ohne Slomka „endlich richtig Fußball“ habe spielen dürfen.
Die Situation in Dortmund:
Nach einem couragierten Auftritt im Pokalfinale mit der knappen 1:2-Niederlage gegen die Bayern hoffen die BVB-Verantwortlichen vorerst auf ein Ende der Trainerdiskussion. Dortmund-Kenner gehen ohnehin davon aus, dass der Tabellen-13. zumindest die Saison mit Thomas Doll zu Ende spielen wird.
„Wir hatten eine schwere Woche, aber wir sind aufgestanden“, kommentierte BVB-Präsident Reinhard Rauball den Pokal-Auftritt. Zur Erinnerung: Das 0:5-Debakel sechs Tage zuvor in der Bundesliga beim FC Bayern und die 1:3-Heimpleite gegen Hannover hatten die Spekulationen um Doll erneut entfacht. Schlimmer noch: Die Meldung eines TV-Senders am Tag des Endspiels, Jürgen Klopp von Mainz 05 sei der designierte Doll-Nachfolger, lag wie ein Schatten über dem Dortmunder Saison-Höhepunkt.
N 24 hatte unter Berufung auf „interne Kreise“ berichtet, dass Klopp zur neuen Saison Doll beerben werde. Sportdirektor Michael Zorc hielt gleich dagegen: „Thomas Doll hat einen Vertrag bis 2010. Schluss, aus und Punkt!“
Ob allerdings das Berlin-Erlebnis die Trainer-Kritik verstummen lassen wird, dürfte sich schon am Freitagabend im BVB-Punktspiel bei Eintracht Frankfurt zeigen.
