Dortmund/Stuttgart - Lucien Favre war mächtig bedient. Dass Borussia Dortmund bei der ersten Heimniederlage seit 29 Jahren gegen den 1. FC Köln zweimal auf den gleichen Trick hereinfiel, verstärkte beim BVB-Coach den Frust über den Rückfall in überwunden geglaubte Zeiten. „Ich bin tief enttäuscht. Zwei solche Tore sind schwer zu akzeptieren“, kommentierte er die kuriose Gegentreffer-Doublette beim 1:2 im Fußball-Bundesligaspiel mit dem zuvor sieglosen Außenseiter. Beide Male schlug Ondrej Duda eine Ecke, beide Male verlängerte die BVB-Leihgabe Marius Wolf an den langen Pfosten und beide Male beförderte Ellyes Skhiri (9. Minute/60.) den Ball freistehend über die Linie.

Statt weiter Druck auf Tabellenführer FC Bayern auszuüben, ließ sich der zuletzt gefestigt wirkende BVB von einem spielerisch unterlegenen Gegner den Schneid abkaufen. Die Kölner ersparten sich dank des ersten Doppelpacks von Skhiri in seinem 40. Bundesliga- nach zuvor saisonübergreifend 18 Bundesliga-Spielen ohne Sieg einen Vereinsnegativrekord. Mit pathetischen Worten kommentierte Trainer Markus Gisdol den Coup: „Dieses Spiel war eine Schlacht. Wir haben eine abartige Laufleistung absolviert.“

Bei Tabellenführer Bayern München, der 3:1 beim VfB Stuttgart gewann, hinterlässt die hohe Belastung der vergangenen Wochen indes Spuren. Joshua Kimmich und Alphonso Davies fehlten schon in den letzten Wochen verletzt, nach dem Stuttgart-Spiel gab es weitere Blessuren: Jérome Boateng, Corentin Tolisso, Lucas Hernández und Javi Martínez sind angeschlagen. Alle vier sollen aber nicht schwerer verletzt sein.