Dortmund - Der deutsche Fußball-Meister Borussia Dortmund hat die Generalprobe für das Gigantenduell gegen den FC Bayern verpatzt. Für den schwachen BVB reichte es am Dienstag gegen Fortuna Düsseldorf nur zu einem 1:1 (1:0). Nach einem Traumtor von Jakub Blaszczykowski (43. Minute) folgte die Ernüchterung: Stefan Reisinger (78.) traf für den beherzt aufspielenden Bundesliga-Aufsteiger.

„Wir haben keine klare Idee gehabt“, räumte Dortmunds Trainer Jürgen Klopp ein. „Düsseldorf ist mit unseren Fehlern sensationell umgegangen.“ Vier Tage vor dem Gipfeltreffen in München sahen 80 100 Zuschauer in der Dortmunder WM-Arena einen weitgehend passiven BVB, der erst in der Schlussphase engagierter wirkte. Kurz vor dem Abpfiff musste Düsseldorfs Ivan Paurevic (87.) nach einer Gelb-Roten Karte vom Platz.

Das dritte Spiel in sieben Tagen – der enge Terminplan hatte beim BVB Spuren hinterlassen: Mats Hummels, Ilkay Gündogan und Mario Götze mussten verletzt passen, stattdessen rückten Kevin Großkreutz, Sebastian Kehl und Felipe Santana in die Startelf. Klopp wies vor der Partie Spekulationen zurück, er wolle vor dem Duell gegen den Tabellenführer am Sonnabend einige Spieler schonen. „Wenn ich rotiert hätte, hätte ich nicht das ganze Zentrum rausgenommen.“ Mit noch größeren Verletzungssorgen hatte allerdings Düsseldorf zu kämpfen – gleich mehrere Stammspieler fielen aus.

Der BVB begann erstaunlich zurückhaltend – in der ersten halben Stunde gab es keine einzige Torchance. Das Kreativ-Duo Götze und Gündogan wurde auf dem Platz schmerzlich vermisst.

Erst kurz vor dem Halbzeitpfiff blitzte die Offensivstärke der Borussia dank zweier Chancen von Marco Reus, der jeweils an Fortuna-Schlussmann Fabian Giefer scheiterte, auf. Dann kam Blaszczykowski: Der Pole traf nach Vorlage von Großkreutz.

Nach der Pause stand die Fortuna knapp vor dem Ausgleich: Stefan Reisinger (57.) hatte BVB-Keeper Roman Weidenfeller schon bezwungen – doch dann lenkte ausgerechnet Düsseldorfs Ken Ilsö den Ball weg vom Tor. In der 78. Minute machte es Reisinger besser, per Kopfball bescherte er der Fortuna einen Punkt beim Meister.

Eine kuriose Szene ereignete sich nach dem Spiel: Als Andreas Lambertz dem Bezahlsender Sky, der sich mit einem dreistelligen Millionenbetrag die Bundesliga-Übertragungsrechte gesichert hat, ein Interview geben wollte, stürzte Sportvorstand Wolf Werner dazwischen und zog den Kapitän weg. „Heute geben wir Sky kein Interview, die haben uns vorher nur niedergemacht“, brüllte Werner vor laufender Kamera.