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NWZonline.de Sport Fußball

Diese Teams kommen nicht von der Stelle

23.04.2019

Düsseldorf In Stuttgart trennten sie sich vom Trainer, auf Schalke wirkt der Retter schon verzweifelt, und in Nürnberg und Hannover können sie es selbst kaum glauben, noch nicht abgestiegen zu sein: Im sportlichen Überlebenskampf der Fußball-Bundesliga überbieten sich die vier Rivalen weiterhin in Sachen Unfähigkeit. Die Schwäche der Gegner bleibt vier Spieltage vor Schluss bei allen die größte Hoffnung.

Schalke 04

Auch die dritte Chefcoach-Mission von Huub Stevens auf Schalke läuft sicher nur bis zum möglichen Endspiel gegen Stuttgart am letzten Spieltag. Doch der Schalker „Jahrhunderttrainer“ dürfte sich womöglich schon das ein oder andere Mal gefragt haben, warum er sich das mit 65 noch antut. Nach dem 2:5 gegen 1899 Hoffenheim am Samstag drückte sein Gesicht Sorge aus, sein Lächeln wirkte gequält, seine Knurrigkeit war nahezu verschwunden. Der Niederländer verwies darauf, „dass ich nicht umsonst gesagt habe, dass dies meine schwierigste Aufgabe ist“. Vor dem Derby beim Meisterschaftsanwärter Borussia Dortmund stellte Stevens deshalb klar: „Wenn jemand die Situation unterschätzt, ist er hier nicht richtig.“ Grotesk: Mit sechs Punkten Vorsprung auf den VfB und der klar besseren Tordifferenz haben die Schalker eine gute Ausgangsposition. Vielleicht brauchen sie nicht einmal die 31 Punkte, mit denen der Hamburger SV zuletzt direkt abstieg, um die Relegation zu vermeiden.

Nach dem desaströsen 0:6 in Augsburg beurlaubten die Stuttgarter in Markus Weinzierl bereits den zweiten Cheftrainer in dieser Saison. Auch Sportchef Michael Reschke hatte schon gehen müssen. Und Präsident Wolfgang Dietrich, für viele Fans der Haupt-Verursacher der Krise, wirkt nur noch ratlos und konsterniert. Das Spiel beim FC Augsburg, der nach zwei Siegen in zwei Spielen unter Trainer Martin Schmidt so gut wie gerettet ist, sei eine „Katastrophe“ gewesen. Einen derart desolaten Auftritt habe er als Präsident noch nicht gesehen.

Richten soll es nun der bisherige U-19-Trainer Nico Willig. Dem wurde aber keine Hintertür für eine Weiterbeschäftigung nach Saisonende offen gelassen. „Es gibt die klare Absprache, es wird bis zum Ende der Saison laufen und nicht darüber hinaus“, stellte VfB-Sportchef Thomas Hitzlsperger klar.

In Nürnberg nutzten sie in ihrer Verzweiflung ein Spiel mit 5:20 Torschüssen und 1:11 Ecken als Mutmacher. Sie hatten beim 0:2 in Leverkusen ja schließlich 60 Minuten ordentlich verteidigt. Mit Blick auf das Duell mit dem FC Bayern am nächsten Wochenende formulierten die Franken gar eine vorsichtige Kampfansage. „Im Fußball ist alles möglich“, sagte Kapitän Hanno Behrens und erinnerte an das Heimspiel gegen den anderen Meisteranwärter: „Mit unseren Fans im Rücken haben wir auch schon Dortmund ein 0:0 abgeluchst.“Am Ende sind aber wohl alle Nürnberger froh, wenn diese Saison vorbei ist. Denn vergnügungsteuerpflichtig ist dieser Dilettanten-Ball nicht. „Wenn man sieht, wie wenig Tore wir schießen, dann macht es als Offensivspieler nicht viel Spaß“, haderte Mittelstürmer Mikael Ishak.

Beim 0:0 in Berlin holte Hannover im 30. Saisonspiel gerade einmal den 15. Punkt. „Wir haben immer noch die Chance, da ranzurutschen – das muss man sich mal vorstellen“, sagte 96-Trainer Thomas Doll. Und er zog ein passendes Fazit des Abstiegsk(r)ampfs: „Es ist eine merkwürdige Saison. Schade, dass ich das alles miterleben muss.“ Dass Hannover es durch das 0:0 vermied, den Negativrekord des Clubs mit neun Bundesliga-Niederlagen in Serie einzustellen, war da nur ein schwacher Trost.

Über seine persönliche Zukunft in Hannover über das Saisonende hinaus mache er sich keine Gedanken, erklärte Doll mit Blick auf die Absprache mit dem mächtigen Hauptgesellschafter des Clubs, Martin Kind: „Ich bin mit Herrn Kind so verblieben, dass wir es bis zum Saisonende durchziehen.“

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