DüSSELDORF - Randale im Westen und Partystimmung in Ostfriesland: Während die Fußballer von Kickers Emden in der Dritten Liga an Union Berlin vorbei an die Tabellenspitze stürmten, überschatteten Ausschreitungen in Düsseldorf den 14. Spieltag.
Das Derby zwischen der Fortuna und dem Wuppertaler SV (3:1) stand nach einer Unterbrechung wegen des Abschießens von Feuerwerkskörpern kurz vor dem Abbruch. „Das waren keine Fans des WSV, das waren Einzelne, die dem Verein einen Bärendienst erwiesen haben. Den eigenen Torhüter mit Leuchtraketen zu beschießen, dafür habe ich kein Verständnis“, sagte Wuppertals Trainer Christoph John.
Nach dem Führungstor der Gäste in der 27. Minute waren im Auswärtsblock mehrfach Feuerwerkskörper gezündet worden. Weil Durchsagen des Stadionsprechers ohne Wirkung blieben, unterbrach Schiedsrichter Christian Leicher die Begegnung für 13 Minuten. Bereits vor dem Spiel hatten Wuppertaler Anhänger Fortuna-Fans am Kartenschalter attackiert, wobei drei Personen leicht und eine schwer verletzt wurden. Fortuna-Boss Peter Frymuth verteidigte sich gegen Vorwürfe, sein Club habe Fehler gemacht: „Wir haben einen Sicherheitsstandard wie bei einem Länderspiel.“ Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat unterdessen Ermittlungen angekündigt.
Dagegen sorgt Kickers Emden weiterhin nur für sportliche Schlagzeilen. Nach dem 1:0 bei Rot-Weiß Erfurt haben die Ostfriesen 31 Punkte auf dem Konto und peilen den Aufstieg in die Zweite Liga an. „In der Kabine habe ich an meine Mannschaft appelliert. Dann haben wir viel besser gespielt und deswegen ist der Erfolg nicht unverdient“, sagte Kickers-Trainer Stefan Emmerling. Siegtorschütze Jasmin Spahic war nach seinem Freistoßtreffer in der 70. Minute „überglücklich“.
Beim entthronten Tabellenführer Union Berlin war die Stimmung nach dem 0:1 bei der SpVgg Unterhaching dagegen am Nullpunkt angekommen. „Ich habe lange überlegt, ob ich mir einen Maulkorb verpasse. Die Leistung war eines Spitzenteams nicht würdig“, grantelte Trainer Uwe Neuhaus: „Wir haben um ein Tor rumgebettelt. Das war ein dermaßen schlechtes Spiel, es wirkte alles wie in Zeitlupe.“
