DüSSELDORF - Die aktuellen Vorfälle mit abgebrannten Leuchtraketen in Fanblocks der Ersten und Zweiten Bundesliga haben die Diskussion über eine härtere Bestrafung von gewaltbereiten Fans wiederbelebt. Nur wenige Tage nachdem der Deutsche Fußball-Bund (DFB) die Höchstdauer von Stadionverboten von fünf auf drei Jahre reduziert hat, werden Forderungen nach einem konsequenteren Durchgreifen laut.
So solle über lebenslange Stadionverbote „ernsthaft nachgedacht werden“, befand Thomas Weyhing, Geschäftsführer des VfB Stuttgart.
Zwar sieht auch die Deutsche Fußball Liga (DFL) Diskussionsbedarf, will aber die Novellierung nicht prinzipiell in Frage stellen. Vor diesem Hintergrund gewinnt die Tagung der Sicherheitsbeauftragten der Vereine an diesem Donnerstag in Frankfurt mit je drei Vertretern der beiden Bundesligen und Mitarbeitern der DFL an Brisanz.
Unabhängig von den Ergebnissen dieses Treffens will der 1. FC Nürnberg auf die Fan-Ausschreitungen am vorigen Sonnabend in Frankfurt reagieren. „Wir werden die Sicherheitsvorkehrungen erhöhen. Wir wollen mögliche Täter abschrecken“, sagte Sportdirektor Martin Bader vor dem Heimduell mit dem VfL Wolfsburg an diesem Freitag.
Die anderen Clubs, die am Wochenende Heimrecht genießen, sehen vorerst keinen Handlungsbedarf. „Wir haben sehr strenge Sicherheitskontrollen. Deshalb werden wir keine weiteren Maßnahmen ergreifen“, sagte Wolfgang Holzhäuser, Geschäftsführer von Bayer Leverkusen.
Zweitligist Borussia Mönchengladbach will mit Härte gegen den Werfer einer Leuchtrakete während des Spiels am Montag beim 1. FC Köln vorgehen. „Wir tun alles, um anhand der Videoaufzeichnungen zu ermitteln, wer es getan hat“, sagte Vereinssprecher Markus Aretz.
