DüSSELDORF - Uli Hoeneß holte verbal mal wieder die Keule raus. Mit deutlicher Kritik am Test-Länderspiel gegen Australien hat der Präsident von Bayern München eine vor lauter WM-Euphorie schon verstummte Debatte neu entfacht. Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff und Wolfgang Niersbach, Generalsekretär des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), wiesen die unerwartete Attacke des 59-Jährigen am Test gegen die „Socceroos“ brüskiert zurück. „Wir brauchen diese Begegnungen, um den jungen Spielern die Möglichkeit zu geben, Erfahrungen zu sammeln. Und von einer starken Nationalmannschaft profitiert auch die Bundesliga und damit auch die Vereine“, betonte Bierhoff am Dienstag.

Hoeneß hatte am Vorabend bei einer Veranstaltung in Düsseldorf sein altes Lieblingsthema wieder hervorgekramt und das Konzept von Fußball-Bundestrainer Joachim Löw infrage gestellt. „Löw muss gar nicht testen. Die Bundesliga ist auf dem Weg, die beste Liga der Welt zu werden. Die Spiele dort sind besser als jeder Test. Ein Trainingsspiel bei Bayern, Team A gegen Team B, ist besser bestückt als das Spiel gegen Australien“, sagte Hoeneß. „Das wird ja auch nicht gemacht, um zu testen. Sondern da gibt es fünf Millionen Euro für den DFB“, redete sich der langjährige Manager des FC Bayern in Rage und spielte auf die Gelder an, die ARD und ZDF für die Übertragung von Länderspielen an den DFB überweisen.

Die Kritik aus der Liga an den Freundschaftsspielen der Nationalmannschaft war zuletzt durch den großen WM-Jubel verstummt, zumal alle Partien auch von den Vereinen im Rahmenterminkalender abgesegnet worden waren.

Löw hatte die Partie zuvor als wichtigen Schritt zur Entwicklung der jungen Spieler bezeichnet. Bei ähnlichen Länderspielen hatte er heutigen Stammkräften wie Mesut Özil oder Sami Khedira seine Spielphilosophie vermitteln können.