DüSSELDORF - Magath gegen Klinsmann, Grafite gegen Toni, Geheimfavorit gegen Rekordmeister im brisanten Duell der punkt- und torgleichen Hertha-Verfolger VfL Wolfsburg und Bayern München an diesem Sonnabend (15.30 Uhr) geht es nicht nur um die bessere Ausgangslage im Titelrennen. Die unterschiedliche Philosophie beider Trainer und der Vergleich der Torjäger sorgen für zusätzlichen Reiz.
Auch wenn ich es zunächst nicht ganz so gesehen habe, muss ich mittlerweile sagen, dass es ein besonderes Spiel ist, bekannte Wölfe-Coach Magath, der seinen ehemaligen Club zum Favoriten erklärte: Man kann nicht wirklich von einem Duell auf Augenhöhe sprechen. Wir sind in vielen Bereichen noch sehr weit entfernt vom FC Bayern und nur Außenseiter. Die Rückrunden-Bilanz spricht jedoch dagegen. Seit der Winterpause verbuchten die Wolfsburger neun Punkte mehr als die Münchner. Nach sieben Siegen ist Tabellenführer Hertha nur noch einen Punkt vorn.
Mit Verweis auf diesen beachtlichen Höhenflug nahm Bayern-Manager Uli Hoeneß die Magath-Elf in den erlauchten Kreis der Titelaspiranten auf: Wenn sie uns schlagen können, wird das ein ernstzunehmender Kandidat. Jedem, der von der Bundesliga Ahnung hat, ist in der Zwischenzeit klar, dass sie es schaffen können.
Mit einem Sieg würde der FC Bayern seine Ausgangslage deutlich verbessern. Schließlich sieht das Restprogramm bis zum Saisonfinale am 23. Mai noch fünf Heim- und drei Auswärtsspiele vor.
Allerdings sind die Münchner nach dem Ausfall von Martin Demichelis (gesperrt) und Daniel van Buyten (private Gründe) in der Innenverteidigung geschwächt. Neben Lucio wird Edel-Reservist Breno in der Startelf stehen.
Beim Schlüsselspiel in Wolfsburg treffen nicht nur zwei Spitzenteams, sondern auch zwei unterschiedliche Systeme aufeinander. Noch steht die Antwort aus, wessen Weg erfolgreicher ist: der des Reformers Klinsmann oder der des Traditionalisten Magath.
Neben den Trainern stehen die Torjäger im Mittelpunkt. Im Schnitt alle 71,5 Minuten netzte der Wolfsburger Grafite (18 Treffer) in dieser Saison ein. Da kann selbst Luca Toni, der erstmals seit dem 25. Februar wieder im Bayern-Team steht, nicht mithalten. Wie Grafite bestritt der Italiener 16 Partien, traf aber nur neunmal.
Bayern-Stürmer Lukas Podolski zeigte nach seiner Ohrfeige gegen Nationalmannschafts-Kapitän Michael Ballack derweil Reue. Ich habe sicherlich etwas überreagiert, so Podolski. Für meine Reflexhandlung habe ich mich deshalb entschuldigt. Er spendet 5000 Euro an eine Fairplay-Aktion des Deutschen Fußball-Bundes.
