DüSSELDORF - KSC-Kapitän Christian Eichner attestiert ihm sogar eine gewisse natürliche Arroganz, denn er spielt schon mal im eigenen Strafraum zwei Gegenspieler aus. Aber böse war die Aussage des Spielführers vom Fußball-Bundesligisten Karlsruher SC nicht gemeint. Eher als besonderes Lob für die Spielweise von Innenverteidiger Sebastian Langkamp.
Der Jungprofi wurde nach seinem total verrückten Glücksschuss aus 46,5 Metern von seinen Kollegen wie ein Lebensretter gefeiert. Das 1:0 des Tabellenletzten bei Bayer Leverkusen durch den Zufallstreffer des 21-Jährigen vertrieb nach neun Spielen ohne Sieg erstmal die ärgsten Krisensymptome und gab den Karlsruhern neue Hoffnung im Kampf gegen den Abstieg.
Langkamp gab frank und frei zu, dass sein erstes Bundesliga-Tor (72. Minute) im achten Einsatz ein Glücksschuss der Marke Duseltor des Jahres war. Ein geiles Gefühl, jubelte der Fußballer, der im Mittelkreis in einen Pass von Renato Augusto gegrätscht war. Eigentlich nur, um den Ball zu klären.
Nicht nur Langkamp war dann überrascht über die abenteuerliche Flugkurve des Balles, der sich über den weit aufgerückten und verdutzten Nationaltorwart Rene Adler (Solch ein Tor schießt er nur einmal in seinem Leben) hinweg ins Netz senkte. Ich dachte, der Ball geht auf die Tribüne. Dass er dann so reingeht da hatte ich natürlich nichts dagegen, sagte Langkamp.
KSC-Coach Edmund Becker freute sich, dass sein Team wenn auch glücklich endlich für den großen Aufwand der Vorwochen belohnt wurde: Nun müssen wir im Heimspiel gegen Cottbus nachlegen, sonst war das hier für die Katz.
Bei Leverkusen herrschte dagegen pures Entsetzen. Wir müssen bei jedem schauen, wie es weitergeht. Man kann verlieren, aber nicht so!, wetterte Völler, sicher war es ein unglückliches Gegentor. Aber bei einem 0:0 wäre meine Analyse auch nicht anders ausgefallen. Der harschen Kritik schloss sich Bruno Labbadia an, der sich die absolut blutleere Vorstellung und Bankrotterklärung auch nicht erklären konnte.
