DüSSELDORF - Für Bayer Leverkusen geht es nach dem Bundesliga-Sinkflug im DFB-Pokal um Alles oder Nichts. „Es ist unser Spiel des Jahres. Wir müssen und wir wollen ins Finale“, sagte Sportdirektor Rudi Völler vor der Halbfinal-Partie an diesem Dienstag (20.30 Uhr/ARD) in der Düsseldorfer Arena gegen den Fußball-Zweitligisten Mainz 05. Schließlich ist der Einzug ins Endspiel am 30. Mai in Berlin wohl der letzte Strohhalm, um noch in den Europacup zu gelangen. „Ein Sieg ist Pflicht und die realistischere Chance, ins internationale Geschäft zu kommen“, meinte Bayer-Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser.

Neben der Punkt-Einsatz-Prämie von knapp 300 000 Euro winkt den Leverkusener Kickern ein weiterer finanzieller Anreiz: Sie erhalten 50 Prozent des Überschusses aus den Pokal-Einnahmen. Wichtiger für das Image des viermaligen deutschen Vizemeister wäre jedoch endlich einmal wieder ein vorzeigbarer Titel nach Uefa-Cup-Gewinn 1988 und DFB-Pokalsieg 1993.

Zur Bewährungsprobe ist der Pokal auch für Bayer-Chefcoach Bruno Labbadia geworden, der den freien Fall der einst als Meisterschafts-Geheimfavorit gehandelten Leverkusener bisher nicht stoppen konnte.

„Für uns ist das schon ein Finale. Und wir haben die Aussicht, etwas Außergewöhnliches zu erreichen“, sagte Labbadia, der trotz der Negativerlebnisse in der Bundesliga gelassen bleibt: „Mit dem Druck muss man umgehen können.“

Die Mainzer sind sich ihrer Rolle als Außenseiter bewusst, spekulieren aber nach den Pokal-Erfolgen über den 1. FC Köln und Schalke 04 auf eine weitere Überraschung. „Wir sind krasser Außenseiter, aber wir können ohne Druck spielen, weil wir Zweitligist sind – alles ist möglich“, sagte der Mainzer Trainer Jörg Andersen. Delron Buckley wird wegen einer Gehirnerschütterung fehlen.

„Wenn wir gewinnen sollten, stehen wir in den Geschichtsbüchern. Das Halbfinale ist ein Spiel, in dem wir nichts zu verlieren haben“, erklärte Manager Christian Heidel.

Auf jeden Fall können die Mainzer Abstand vom Liga-Alltag gewinnen. Heidel: „Das ist ein Erlebnis, um andere Bilder in den Kopf zu bekommen.“