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Fußball Meier findet bei Fortuna sein Glück

Hauke Richters
Hauke Richters Unseren Agenturen

DüSSELDORF - Mit Berg- und Talfahrten kennen sich sowohl Norbert Meier als auch Fortuna Düsseldorf bestens aus. Derzeit erleben die beiden Parteien gemeinsam einen Höhenflug, der bundesweit für Aufsehen sorgt. Denn der 53-jährige Fußballtrainer steht mit dem Zweitligisten an der Tabellenspitze und könnte mit der Fortuna bald in der Bundesliga an eigene Glanzzeiten und die des Clubs anknüpfen.

Seit dem 18. März dieses Jahres sind die Rheinländer in 25 Pflichtspielen ungeschlagen geblieben, vor eigener Kulisse holten sie in den vergangenen 22 Heimspielen sagenhafte 64 von 66 möglichen Punkten – und auch rein statistisch ist der Fortuna der Aufstieg im Grunde nicht mehr zu nehmen. Seit Einführung der eingleisigen Zweiten Liga im Jahr 1992 waren nur zwei Mannschaften nach dem 16. Spieltag besser: der 1. FC Nürnberg (2000/01) und der 1. FC Kaiserslautern (2009/10). Beide hatten an dem Fixpunkt 39 Punkte (Düsseldorf hat 38) und stiegen am Ende auf.

Meier bleibt bescheiden

Meier blieb auch nach dem Sprung an die Tabellenspitze durch das 2:1 gegen Greuther Fürth am Montagabend seiner Linie treu. „Ich habe nie gesagt, dass ich nicht in die Bundesliga will. Uns wird aber in der Zweiten Liga nichts geschenkt. Deshalb schaue ich nur von Spiel zu Spiel“, erklärte der ehemalige Profi von Werder Bremen seine Zurückhaltung.

Meiers Laufbahn ist reich an bemerkenswerten Punkten. In den 1980er-Jahren kam er 16-mal im Nationalteam zum Einsatz und wurde 1988 mit Werder deutscher Meister. Zu Beginn seiner Trainerkarriere wurde er in der Saison 1997/98 bei Borussia Mönchengladbach aus dem Amt des Amateurtrainers heraus für einige Monate Chefcoach der Profis. 2003 übernahm er den Zweitligisten MSV Duisburg und führte das Team in die Bundesliga. Durch eine Unbedachtheit machte er sich dann unnötig Schwierigkeiten: Im Spiel gegen den 1. FC Köln im Dezember 2005 versetzte er dem damaligen Kölner Albert Streit eine Kopfnuss und warf sich selbst theatralisch zu Boden. Bundesweite Häme, eine Sperre durch den Deutschen Fußball-Bund und der Rauswurf in Duisburg waren die Folge. Meier wechselte später in die Dritte Liga zu Dynamo Dresden, wo er nach einem Jahr schon wieder gehen musste. Seit dem 1. Januar 2008 ist er für Fortuna Düsseldorf verantwortlich, im Sommer 2009 führte er das Team in die Zweite Liga.

In der Landeshauptstadt von Nordrhein-Westfalen träumen nun alle nach nahezu 15 zum Teil frustrierenden Jahren in den Niederungen des Fußballs von der Rückkehr in die Bundesliga. „Das kommt nicht von ungefähr. Hier hat sich etwas entwickelt“, sagt Kapitän Andreas Lambertz, der jüngst seinen Vertrag bis 2014 verlängerte. „Die Fortuna ist eine Herzensangelegenheit für mich. Es gab keinen Grund, nicht zu unterschreiben.“

1979 im Europacupfinale

Die ganz großen Zeiten des Clubs liegen mehr als 30 Jahre zurück. So hatte Düsseldorf (mit den Brüdern Klaus und Thomas Allofs) 1979 das Endspiel des damals noch ausgespielten Europapokals der Pokalsieger erreicht und erst nach Verlängerung mit 3:4 gegen den FC Barcelona verloren. Nach mehreren Auf- und Abstiegen musste der Club letztmals 1997 die Bundesliga verlassen – und stürzte später bis in die Viertklassigkeit ab. Auch nach dem Bau eines neuen Stadions machte der große Fußball zunächst einen Bogen um Düsseldorf. Anders als 1974 war die Stadt 2006 nicht Spielort bei der WM in Deutschland.

Norbert Meier

stammt aus Reinbek bei Hamburg und bestritt zwischen 1981 und 1992 für Werder Bremen und Borussia Mönchengladbach 292 Bundesligaspiele. 1984 nahm er als Nationalspieler an der Weltmeisterschaft in Frankreich teil.

Nach seinem Ausraster

gegen den Kölner Spieler Albert Streit im Dezember 2005 war Meier nahezu ein Jahr ohne Job. Für die Tätlichkeit hatte er zudem eine Geldstrafe von 12 500 Euro zahlen müssen. Nach acht Heimspielen weist Fortuna Düsseldorf einen Schnitt von 28 030 Zuschauern pro Partie auf. In der Zweiten Liga verzeichnet nur Erstliga-Absteiger Eintracht Frankfurt (34 957) mehr Besucher.
Hauke Richters
Hauke Richters Sportredaktion (Leitung)
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