DüSSELDORF/MüNCHEN - Im Streit um das künftige Vermarktungsmodell für die Bundesliga ist das Bundes-kartellamt einen Schritt auf die Deutsche Fußball Liga (DFL) zugegangen. „Die DFL kann bereits mit der formalen Ankündigung der Ausschreibung beginnen. Da haben wir grünes Licht gegeben“, sagte Ralph Langhoff, Vorsitzender der zuständigen Beschlussabteilung des Kartellamts, der „Süddeutschen Zeitung“. Das bedeute aber keine Vorentscheidung, ergänzte er. Alle Varianten seien noch offen. Das Kartellamt lasse sich nicht unter Druck setzen.
Die Behörde nimmt unter anderem die Zentralvermarktung der TV-Rechte durch die Bundesligavereine unter die Lupe. Anfang Februar hatte das Kartellamt mitgeteilt, diese Praxis stelle „eine wettbewerbsbeschränkende Vereinbarung dar“.
Auch die Pläne, den Anbietern von Bezahlfernsehen (Pay-TV) ein bereits fertig produziertes Programm verkaufen zu wollen, stehen auf dem Prüfstand. Die DFL hatte im Oktober die Vermarktung der Übertragungsrechte für die Spielzeiten 2009/2010 bis 2014/2015 dem Medienunternehmer Kirch und dessen Agentur Sirius übertragen. Sirius soll nicht nur die Übertragungsrechte vermarkten, sondern auch die fertig produzierten Beiträge anbieten. Kirch garantiert der Liga rund 500 Millionen Euro pro Spielzeit.
Größter Gegner dieses Konzepts ist der Bezahlsender Premiere. „Das hat mit Marktwirtschaft nichts zu tun“, sagte Premiere-Sportvorstand Carsten Schmidt. Der Konzern will die Live-Berichterstattung auch künftig selbst übernehmen. Premiere-Chef Michael Börnicke hatte bereits zuvor klar gemacht, dass er für ein fertiges Produkt deutlich weniger bezahlen würde.
