DüSSELDORF - Der Unmut der Amateurfußballer erreicht nun auch den DFB-Bundestag. Im seit Monaten schwelenden Konflikt mit dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) und der Deutschen Fußball Liga (DFL) um die geplante Änderung der Anstoßzeiten im Profifußball lassen die Protestler nicht locker. Die Initiatoren um Reiner Grundmann vom Gelsenkirchener Kreisligisten SC Schaffrath rufen anlässlich des Außerordentlichen DFB-Bundestages an diesem Freitag in Düsseldorf zu einer Kundgebung im Congress Center Düsseldorf auf.
Am Freitag soll dort der neue Grundlagenvertrag zwischen DFB und DFL für weitere drei Spielzeiten abgesegnet werden. Dieser sieht von der Saison 2009/2010 an bis zu drei Bundesligapartien am Sonntagnachmittag vor. Ein Spiel soll schon um 15.30 Uhr angepfiffen werden. Da zu dieser Zeit die meisten Amateur-Spiele stattfinden, sehen sich kleinere Vereine wegen des zu erwartenden Zuschauerschwunds und der Einnahmeeinbußen in ihrem Bestehen bedroht. „Wir kämpfen um unsere Existenz“, sagte Grundmann.
„Die wirtschaftlichen Transfers, so wie sie von der Bundesliga in den Breitenfußball kommen, sind einzigartig in ganz Europa“, sagte dagegen DFB-Präsident Theo Zwanziger. „Wer von mir verlangt, dass ich diese Einheit des Fußballs kaputt mache, um eine kurzfristige Liebeserklärung von dem einen oder anderen Vereinsvertreter zu bekommen, der irrt. Es gibt keine bessere Lösung, als die, die wir haben.“
Die Liste der protestierenden Amateurspieler wird aber immer länger. In Gelsenkirchen, Lippstadt und Rietberg haben sich Interessengemeinschaften gebildet.
