DüSSELDORF - „Das war die ARD-Bundesligakonferenz.“ Mit diesen Worten aus dem Bochumer Ruhrstadion wird sich am Sonnabend gegen 17.20 Uhr Manfred Breuckmann von den Hörern der ARD-Rundfunkanstalten verabschieden. „Auf den vorletzten Satz sollten die Fans an den Lautsprechern achten“, sagt der 57-jährige Fußballreporter etwas geheimnisvoll, der nach 36 Jahren in den Vorruhestand geht.
Mit 17 Jahren hätte er schon wissen müssen, welche berufliche Karriere er einschlägt. „In der Oberprima hat mir mein Klassenlehrer ins Zeugnis geschrieben: 'stört durch Schwätzen'.“ Breuckmann absolvierte aber erst ein Jura-Studium. Für das verdiente sich der damals 20-Jährige ein paar Mark, indem er das Regionalligaspiel zwischen Neuss und Wattenscheid kommentierte.
Seitdem habe der Fußball sein Leben verändert. Warum einer wie er als Radio-Mann so viel Popularität erlangt hat, kann er nicht hundertprozentig erklären. „Das hängt sicher auch etwas mit Nostalgie zusammen. Viele haben das Gefühl, dass da einer geht, der aus einer vergangenen Zeit kommt. Ich empfinde das alles als Riesenanerkennung“, meint Breuckmann, der demnächst nur noch mit Schalke 04 leidet.
Zum Anfang seiner Tätigkeit habe der Fußball noch im Mittelpunkt gestanden, erinnert sich Breuckmann. Jetzt regiere der Kommerz. Früher hätte er bei einem Spiel zwischen Schalke und Dortmund mit 20 Kollegen auf der Tribüne gesessen, heute seien es 50. Diese Konkurrenz belebe aber auch das Geschäft, denn die Fans müssen im Radio mitgenommen werden. „Ich bin im Laufe der Jahre souveräner und angstfreier geworden, wage mehr und spiele mehr mit der Sprache“, sagt der Journalist, der über 1000 Spiele – darunter die der deutschen Elf von jeweils sechs Welt- und Europameisterschaften – kommentierte.
Vor seinem Abschied bekommt Breuckmann viel Anerkennung durch die Fans. Und auch die Fußball-Liga wird sich bei ihm bedanken, für „seinen einzigartigen Stil, der hervorragenden Mischung aus Kompetenz und Witz“. Aber erst nach Breuckmanns Abschiedsmoderation: „Das war die ARD-Bundesliga-Konferenz“.
