DURBAN - Die Fußballteams Afrikas waren voller Hoffnungen und mit viel Vorschusslorbeeren in die erste Weltmeisterschaft auf ihrem Kontinent gegangen. Die Bilanz, nachdem alle in der Vorrunde einmal gespielt haben, ist aber eher ernüchternd: Lediglich Ghana (1:0 durch einen Handelfmeter gegen Serbien) konnte von den sechs Mannschaften einen Sieg landen. Südafrika und die Elfenbeinküste spielten unentschieden, Kamerun, Nigeria und Algerien verloren ihre Auftaktspiele.
Am Dienstag trennte sich die Elfenbeinküste in einem eher glanzlosen Spiel 0:0 von Portugal. Dessen Weltstar Cristiano Ronaldo traf dabei mit seiner besten Aktion (11.) den Pfosten und hat nun seit über 16 Monaten kein Tor für die Portugiesen erzielt. Beim Team von der Elfenbeinküste keimte nach 66 Minuten Hoffnung auf Besserung auf, als Stürmerstar Didier Drogba zu seinem ersten Einsatz kam, nachdem er sich den Ellenbogen gebrochen hatte. Der 32-Jährige spielte mit Genehmigung durch den Schiedsrichter mit einer Schutzschiene an seinem verletzten Arm.
Das Ergebnis ist ganz okay. Als wir hierher kamen, hätte uns keiner eine Chance gegeben. Wir haben beständig gespielt, nur kein Tor geschossen, sagte Drogba, der in Bezug auf seine Verletzung ergänzte: Der Ellenbogen fühlt sich gut an, sonst wäre ich nicht aufgelaufen. Mit einem gebrochenen Arm nur zuschauen, das wäre schon hart gewesen.
Die schlechte Zwischenbilanz der Afrikaner kommt aus Sicht von Otto Pfister nicht überraschend. Der 72-Jährige, der in Afrika schon acht Nationalteams trainiert hat, glaubt: Die afrikanischen Mannschaften sind einfach nicht professionell genug. Da fehlt die Organisation und Logistik, die Ausbildung von Trainern oder die medizinische und leistungsdiagnostische Betreuung wie in Deutschland.
Als weiteres Problem sieht der Fußballlehrer vor allem die Vorbereitung, die wenig professionell sei. Zudem arbeiteten viele Funktionäre ohne Fachkompetenz mit, müssten Spieler Positionen einnehmen, die sie nicht spielen könnten, hätten die Stars alle Freiheiten und wären die Torhüter zu schwach. Einen Weltmeister aus Afrika schließt er für das Turnier 2010 definitiv aus.
