Oldenburg - Wenn Fußball-Bundesligist Werder Bremen an diesem Sonntag beim Tabellenletzten VfB Stuttgart antritt (17.30 Uhr), dann trifft der Großteil der Spieler auf jenen Coach, der sie zu Beginn der Saison noch trainiert hatte: Robin Dutt. Die Profis werden so an jene Zeit erinnert, in der Werder noch voller Abstiegssorgen war und auf dem letzten Platz der Liga stand.

Für die Kicker von der Weser hat sich die Situation seit Dutts Entlassung Ende Oktober 2014 grundlegend geändert. Werder steht auf dem neunten Platz, darf bei zwei Zählern Rückstand auf Rang sieben sogar noch von der Europa League träumen. Eine Konstellation, die unter Trainer Dutt kaum vorstellbar gewesen wäre. „Natürlich hat die Entlassung geschmerzt, aber Stand heute hat Werder die richtige Entscheidung getroffen“, räumte der Ex-Trainer jüngst in einem Interview ein.

Und Dutt selbst? Der steht aktuell da, wo er in Bremen aufgehört hat. Am Tabellenende, inzwischen halt mit dem VfB Stuttgart. Im Januar diesen Jahres – nach nur rund drei Monaten Auszeit – heuerte der 50-Jährige als Sportvorstand bei den Schwaben an, bildet seitdem mit Trainer Huub Stevens ein erfahrenes Duo und sitzt bei Spielen nach wie vor auf der Bank.

Geholfen hat diese Routine dem VfB bisher nicht. Mit 23 Punkten haben die Stuttgarter zwar den direkten Kontakt zu Relegationsplatz 16, wo der Hamburger SV (25) steht. Doch der stets ambitionierte Verein hat sich sicher mehr Impulse durch die Verpflichtungen erhofft.

„Zu Hause müssen wir die Big Points holen“, sagt Dutt vor der Partie gegen Werder, und führt dann weiter aus: „Unser Ziel ist der Klassenerhalt, egal wie und wann wir ihn schaffen.“ Diese Sätze dürften den Fans aus Bremen durchaus noch in den Ohren liegen. Inzwischen können sie mit einem Lächeln hinhören.

Lars Blancke
Lars Blancke Sportredaktion