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NWZonline.de Sport Fußball

Fußball: „Ekel-Egon“ vereinte Sachverstand mit rüdem Ton

11.07.2014

Hamburg Als Fußball-Trainer war er ein Schleifer, als Scout hatte er einen Blick für großartige Spieler. Egon Coordes wird am Sonntag 70 Jahre alt. Die jüngeren Erfolge Bayern Münchens betrachtet der Talentsucher auch als Teil seines Lebenswerks. „Wir haben etwas ganz Exklusives für den Verein geleistet. Der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz-Rummenigge hat erst kürzlich gesagt, dass der aktuelle Kader auch aus meinem Kopf kommt. Diese Aussage ist für mich ein tolles Geburtstagsgeschenk“, sagte Coordes.

So viel Sachverstand der aus Wesermünde – dem heutigen Bremerhaven – stammende Coordes besitzt, pflegeleicht war er keineswegs. Interviews gab er nie gerne.

Sein schwieriges Verhältnis zu den Medien führt bis in das Jahr 1986 zurück. Damals übernahm er beim VfB Stuttgart erstmals den Cheftrainer-Posten eines Erstligisten. Mit seiner schroffen Art hatte er bei den Schwaben einen schweren Stand. Bereits vor seinem Dienstantritt wurde seine Verpflichtung von den Medien kritisch gesehen. Als er mit dem beliebten Assistenztrainer Willi Entenmann nicht mehr zusammenarbeiten wollte, war das Verhältnis zwischen Coordes und den Journalisten endgültig zerstört. Der Trainer sprach von einer Hetzkampagne. Nach nur einer Saison verließ er den VfB wieder.

Auch beim Hamburger SV wurde er nicht glücklich. Sein Training wurde sehr geschätzt, sein Umgangston weniger. Laut Medienberichten soll er dem Ersatzkeeper Nils Bahr sogar Prügel angedroht haben. Sein Verhalten brachte ihm den Spitznamen „Ekel-Egon“ ein. Im September 1992 forderte er von Manager Heribert Bruchhagen, fünf Spieler wegen eines Disco-Besuches zu suspendieren. Stattdessen ließ die Vereinsführung die Spieler über den Verbleib des Trainers abstimmen. Das Ergebnis: 14 von 17 Spielern wollten seine Entlassung.

Coordes ist nicht der Mann, der im Fokus stehen möchte. Seine Erfolge hatte er eher als Fachmann im Hintergrund. Beim FC Bayern war er Co-Trainer von Udo Lattek, Jupp Heynckes und Giovanni Trapattoni. Zuletzt war er Fitnesstrainer der Basketballer von Bayern München.

Ablassen vom Fußball kann er aber nicht. So veranstaltete er jüngst ein Fußball-Camp für Kinder. Mario Spendel, Trainer vom TSV Mindelheim, assistierte ihm: „Er hat die Kinder mit Witz und Charme erreicht. Er war ganz anders, als man ihn aus den Medien kennt.“

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