EMDEN - Bereits in der 9. Minute kassierte Emden das 0:1. Essen steckte einen Platzverweis gegen Kiskanc locker weg.

von hauke richters

EMDEN - Marc Fascher legte vor – und wurde von Uwe Neuhaus doppelt übertrumpft: Mit zehn Zugängen in der Anfangsformation startete der Trainer des Aufsteigers Kickers Emden am Sonnabend in die neue Saison der Fußball-Regionalliga. Beim ersten Gegner Rot-Weiß Essen schickte der Coach zum Anpfiff gar elf Neue auf den Platz – und die gewannen vor 6100 Zuschauern bei den Kickers mit 3:0 (2:0).

„Alles das, was wir uns vorgenommen hatten, ging nach hinten los“, sagte Fascher, der lediglich Uwe Sokolowski aus der Oberliga-Mannschaft des Vorjahres von Beginn an gebracht hatte. „Unsere Fehler sind sofort hart bestraft worden. Daraus müssen wir unsere Lehren ziehen, um in der Regionalliga anzukommen.“

Bereits in der 9. Minute drückte Essens Stefan Lorenz eine Freistoß-Flanke des Ex-Werderaners Holger Wehlage über die Linie. Nur neun Minuten später vollendete Macchambes Younga-Mouhani – einst für Borussia Mönchengladbach und Fortuna Düsseldorf in der Bundesliga aktiv – eine starke Vorarbeit von Ferhat Kiskanc zum 0:2. Gefährlich wurde es vor dem Gästetor im ersten Durchgang nicht, zwei Distanzschüsse von Kickers-Kapitän Oliver Glöden waren für Essens Torhüter Dirk Langerbein kein Problem. Vielmehr musste Emdens Verteidiger Stefan Siedschlag einen Kopfball von Danko Boskovic für seinen geschlagenen Torhüter Sven Hoffmeister auf der Linie klären (27.).

Auch eine Gelb-Rote Karte gegen Kiskanc anfangs der zweiten Halbzeit hatte auf die Spielanteile keinen Einfluss. Dabei wurde den Ostfriesen aufgezeigt, dass es spielerisch und kämpferisch in der Dritten Liga anders als in der Oberliga zugeht: „Meine Spieler Oliver Glöden und Massimo Cannizzaro hatten nach dem Spiel zerrissene Hosen. Das zeigt, wie die Essener in die Zweikämpfe gegangen sind“, sagte Fascher. Den dritten RWE-Treffer markierte wiederum Lorenz in der 83. Minute.

Der Dämpfer zum Auftakt wirft den Kickers-Trainer jedoch nicht aus der Bahn. Fascher: „Essen ist nicht unsere Kragenweite, wir müssen uns an anderen Gegnern messen.“ Dafür sprechen immerhin die Zahlen: Die Gäste weisen mit vier Millionen Euro den höchsten Etat der Liga auf.

Ihre nächste Partie bestreiten die Kickers schon am Mittwoch. Um 19.30 Uhr tritt der Aufsteiger dann beim 1. FC Köln II an.