EMDEN/OLDENBURG - Pünktlich zum Rückrundenstart in der Dritten Fußball-Liga atmen die Verantwortlichen und Profis bei Kickers Emden auf. In der Winterpause machten die Ostfriesen einen Riesenschritt Richtung neues Stadion. Zwar ist der Umbau der alten Arena am Sielweg noch nicht vollends perfekt. Doch der Weg, den Profifußball in der Hafenstadt zu erhalten, scheint geebnet. Ende Januar beschloss der Emder Stadtrat quasi auf dem letzten Drücker, die Pläne mit 4,5 Millionen Euro zu unterstützen.
Stadion kostet 9 Millionen
Voraussetzung dafür, dass die Bagger aber letztendlich auch anrollen ist, dass der Verein die restlichen finanziellen Mittel zum 9-Millionen-Euro-Projekt aufbringt. Das Restgeld will Kickers durch Kredite aufbringen. Zudem muss das Land Niedersachsen noch eine Bürgschaft garantieren. Die endgültige Entscheidung wird in den nächsten vier Wochen fallen.
Entstehen wird in Emden jedoch kein komplett neues Stadion. Zunächst sollen die Sitzplatztribüne und die Tribüne an der Nordseite abgerissen und neu aufgebaut werden. Die Arbeiten sollen noch vor dem Sommer beginnen.
Nur wenn Kickers Emden den Stadionumbau realisiert, ist auch die sportlich Zukunft garantiert. Denn das bestehende Stadion erfüllt nicht die Richtlinien des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). Scheitert der Ausbau doch noch, würde das den Zwangsabstieg in die Regionalliga bedeuten.
Sportlich lief es für die Emder in der Wintervorbereitung derweil nicht so besonders. Alle sechs Testspiele hat die Mannschaft von Trainer Stefan Emmerling verloren. Im ersten Pflichtspiel an diesem Sonnabend (14 Uhr) zu Hause gegen Dynamo Dresden wollen die Ostfriesen wieder in die Erfolgsspur zurückkehren.
Mayer verstärkt Offensive
Auf dem Transfermarkt hielten sich die Emder derweil zurück – nicht zuletzt deswegen, weil sie ihr Geld angesichts des Stadion-Projektes zusammenhalten mussten. Für Emmerling gab es aber auch keinen wirklichen Grund, die in der Hinrunde sehr erfolgreiche Mannschaft umzubauen. Einziger Abgang ist Thomas Klasen. Der Reservespieler wechselte zum Regionalligisten SV Elversberg.
Im Sturm legte Kickers derweil nach und verpflichtete Andreas Mayer vom Ligakonkurrenten VfR Aalen. Der 28-jährige Angreifer stammt aus Nördlingen, wo auch der „Bomber der Nation“, Gerd Müller, geboren wurde, der mit 365 Treffern in 427 Bundesligaspielen immer noch den Torrekord hält. Dass Mayer auf den Spuren seines großen Idols wandert, unterstrich er in seinem ersten Training für die Emder am Donnerstag auch prompt und prüfte die Tor-Netze gehörig auf ihre Festigkeit.
Ziel ist Platz drei
Nachdem die Emder das Thema Zweitliga-Aufstieg bislang stets weit von sich gewiesen hatten, korrigierte der Verein nun seine Zielsetzung. „Absteigen können wir wohl nicht mehr“, stellt Emmerling trocken fest: „Also kann unser Ziel auch nicht mehr nur der Klassenerhalt sein.“ Die Orientierung geht ganz klar an die Spitze. „Wir sind derzeit Tabellendritter und wollen uns in der Rückrunde nicht verschlechtern“, gibt Emmerling die Marschroute aus.
Gegen Dresden kann der Trainer fast auf seine Bestformation zurückgreifen. Einzig auf Abwehrchef Jasmin Spahic muss Emmerling verzichten. Der Verteidiger sitzt nach überstandener Knie-OP an der Patellasehne noch auf der Bank. „Wir wollen ihn noch schonen“, sagt Emmerling.
