EMDEN - Viele neue Gesichter, ein euphorisches Umfeld und ein Stadion im Modernisierungsprozess: Fußball-Regionalligist Kickers Emden startet mit einer frischen Brise in die Qualifikationssaison zur Dritten Liga. Ein Platz unter den ersten zehn Mannschaften ist das Ziel der Ostfriesen, um in einem Jahr in der neuen Staffel mit höheren Fernsehgeldern und größerer Medienpräsenz dabei zu sein. „Wir gehören zu den Teams, die hart kämpfen müssen“, sagt der Sportliche Leiter Reiner Bruns. „Doch warum sollten wir es nicht schaffen?“
Das Vertrauen der Emder ruht dabei besonders auf Stefan Emmerling. Der neue Trainer kam von Alemannia Aachen II und löste Marc Fascher ab, der zuvor drei Jahre erfolgreich bei Kickers gearbeitet hatte. In der vergangenen Saison fehlten den Emdern sogar nur zwei Punkte zum sensationellen Sprung in die Zweite Bundesliga. Ostfriesland befand sich im sportlichen Höhenflug, stürzte dann aber kurzzeitig in ein Tal der Melancholie, weil Fascher überraschend seinen Rücktritt erklärte.
Trotz der Turbulenzen stellte Emmerling aber rasch einen Kader zusammen, der die Qualifikation schaffen soll. Die Fans müssen sich dabei an einige neue Namen gewöhnen: 13 Spieler aus der Fast-Aufstiegsmannschaft verließen den Verein, darunter Leistungsträger wie Mario Neunaber oder Dennis Tornieporth. Acht Akteure wurden verpflichtet, von denen die bundesligaerfahrenen Bernd Rauw und Thorsten Nehrbauer die größten Hoffnungsträger sind.
Zudem beobachtet Kickers weiter den Markt, weil es in der Breite des Aufgebots noch an Klasse fehlt. Das Umfeld blickt dennoch euphorisch auf die wichtige Aufgabe mit der Qualifikation zur Dritten Liga. Bei der Saisoneröffnung wurde Emmerling von 400 Fans lautstark gefeiert. Das imponierte dem 41-Jährigen: „Die Euphorie müssen wir nun mit Erfolgen zurückzahlen.“
Doch nicht nur was das Personal betrifft, geht Kickers Emden mit Veränderungen ins Qualifikationsjahr. Auch das marode Kickers-Stadion befindet sich im Modernisierungsprozess. Mit leistungsstärkeren Flutlichtern, einer kompletten Umzäunung der Stehränge und einem separaten Eingang für die Heimfans mussten Investitionen von knapp 300 000 Euro getätigt werden. Und wenn die Ostfriesen die Qualifikation schaffen sollten, müssten sie erneut tief in die Tasche greifen. Denn von den Anforderungen in der Profiliga mit einer Mindestkapazität von 10 000 Plätzen im Stadion (bislang 7200) sind die Emder weit entfernt.
