EMDEN/ZüRICH - EMDEN/ZÜRICH/DPA/HRS - Aus Furcht vor Randale bei Fußballspielen sind am Wochenende in Niedersachsen verstärkt Polizeikräfte im Einsatz. Bei der Regionalliga-Partie zwischen Kickers Emden und Dynamo Dresden (14 Uhr/Embdena-Stadion) will sich die Emder Polizei am Sonnabend mit 400 Beamten gegen mögliche Ausschreitungen wappnen. Ein kleiner Teil der Dynamo-Fans gilt als gewaltbereit. Im Normalfall werden in Emden bei Heimspielen rund 100 Polizisten eingesetzt. Besondere Sicherheitsvorkehrungen sind auch für die Oberliga-Spiele Arminia Hannover - Eintracht Braunschweig II und SV Ramlingen/Ehlershausen - SV Meppen geplant.
Nach Ansicht des Fan-Forschers Gunter Pilz aus Hannover handelt es sich um Einzelfälle. Die Gewalt bei Fußballspielen habe nicht zugenommen. „In Niedersachsen hat sich die Lage in den vergangenen Jahren deutlich entspannt. Der Niedersächsische Fußballverband nimmt das ernst“, sagte Pilz.
Beim Regionalliga-Spiel SV Wilhelmshaven - Dynamo Dresden (1:1) am 8. November waren rund 200 Polizisten im Einsatz gewesen. Zu Ausschreitungen war es damals nicht gekommen, wobei viele der angeblich gewaltbereiten Dresdner Fans die Reise zu einem Spiel an einem Mittwochabend in Wilhelmshaven nicht mitgemacht hatten.
Der Präsident des Fußball-Weltverbandes Fifa, Sepp Blatter, hat derweil angeregt, einen Teil der Steuereinnahmen aus der WM für den Kampf gegen Gewalt in und um die Stadien zu verwenden. Bei der WM wurde ein Gewinn von rund 135 Millionen Euro erzielt, wovon etwa 43 Millionen an den Fiskus gingen. Die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) fordert hingegen, dass den Bundesligisten die Kosten für die Polizeieinsätze
auferlegt werden sollten. „Es kann nicht sein, dass der Staat kommerzielle, hoch profitable Großveranstaltungen regelmäßig mit kostenlosen Polizei-Dienstleistungen subventioniert“, sagte der DPolG-Bundesvorsitzende Wolfgang Speck.
