ERFURT - ERFURT/SID/DPA - Sportlich hatte er zwar das erste Mal nach sieben Spielen ohne Sieg gewonnen, doch Kaiserslauterns Trainer Michael Henke verließ Erfurt nach dem „Ossi“-Eklat als großer Verlierer. „Er hat nicht nur meine Spieler, sondern eine ganze Region beleidigt. Für die Worte ,Scheiß-Ossi‘ gibt es keine Entschuldigung“, wetterte Pawel Dotschew. Henkes Bitte um Verzeihung wies der Trainer von Rot-Weiß Erfurt gestern zurück.

Auslöser des Eklats war am Dienstag eine Szene kurz vor dem Schlusspfiff, als das Pokalspiel zwischen Regionalligist Erfurt und Bundesligist 1. FC Kaiserslautern (2:4) längst entschieden war. Als Lauterns Fabian Schönheim verletzt auf dem Feld lag und die Erfurter nicht sofort den Ball ins Aus spielten, rastete der sonst so eloquente Lehrer für Sport und Geschichte aus. „Der Henke hat uns mit den Worten Scheiß-Ossis und Ossi-Pack beschimpft. Ein unglaublich arroganter Typ“, meinte Erfurts Spieler Björn Brunnemann als „Ohrenzeuge“.

„Es war ein Fehler, wie ich mich verhalten habe. Mir sind einfach die Pferde durchgegangen“, meinte Henke: „Es wird deutlich, wie unverändert sensibel das Thema ist. Wer mir aus meinem Verhalten eine grundsätzlich falsche Denkweise vorwerfen will, liegt völlig daneben.“

Der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes leitete gestern gegen Henke ein Ermittlungsverfahren ein und forderte ihn zu einer schriftlichen Stellungnahme auf. Nach Eingang des Schreibens wird über den Fortgang des Verfahrens entschieden. Die Entgleisung kostet den FCK-Coach schon jetzt einen Teil der vom Verein selbst auferlegten 10 000-Euro-Strafe und hat seine wacklige Position nicht sicherer gemacht.

„Das ging viel zu weit und bei uns gilt das Verursacherprinzip“, meinte Rene Jäggi. Der FCK-Vereinschef erklärte, dass Henke nur einen Teil der Summe zahlen müsse und diese als Spende für die Nachwuchsabteilung von Erfurt sofort zur Verfügung stehe.