Frankfurt - Nach einem Bundesliga-Wochenende mit viel Aufregung um Fan-Entgleisungen ermittelt der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) gleich in mehreren Fällen. Wegen der Schmähungen gegen Hoffenheims Mäzen Dietmar Hopp muss sich der 1. FC Köln verantworten, wegen eines Hassplakats von Frankfurter Fans gegen die Polizei die Eintracht. Der Hamburger SV muss sich verantworten, da Randalierer im Spiel gegen Darmstadt (1:2) massiv mit Pyrotechnik und Rauchtöpfen gezündelt hatten. Die drei Clubs wurden vom DFB am Montag zu einer zeitnahen schriftlichen Stellungnahme aufgefordert.

Jochen Grotepaß aus dem Sprecherrat der Interessengemeinschaft der Fan-Organisation „Unsere Kurve“ sieht „eine gewisse Form der Radikalisierung“ in der Fanszene. Fan-Anwalt René Lau will davon nicht sprechen: „Das ist eine subjektive Wahrnehmung, weil die Bedeutung des Fußballs und der Umfang der Berichterstattung in den Medien stark zugenommen hat.“

Hopp war am Freitagabend beim 1:1 von 1899 Hoffenheim in Köln mit Sprechchören und Plakaten beleidigt worden. Die Kraichgauer wollen sich nicht mit den üblichen Mechanismen zufriedengeben: Sie forderten den DFB nachdrücklich zum Handeln auf. „Wir erwarten, dass Recht und Gesetz durchgesetzt werden und die Person Dietmar Hopp geschützt wird“, sagte TSG-Geschäftsführer Peter Görlich.

Beim Frankfurter 3:1 gegen den FC Augsburg hatten Zuschauer ein Plakat mit der Aufschrift „Für jedes Stadionverbot... Bulle Tod!“ aufgehängt. „Bei aller Kritik, die man gegebenenfalls an der Polizei haben kann, aber das ist abgrundtief beschämend“, sagte Eintracht-Vorstandsmitglied Axel Hellmann.