Madrid - Wirklich genießen konnte Carlo Ancelotti sein erstes Bayern-Bankett nicht. Nach der nächsten Spanien-Pleite der Münchner musste sich der Italiener aufbauende Worte von Karl-Heinz Rummenigge anhören. Wie bei den gescheiterten Versuchen unter Pep Guardiola konnte der Fußball-Rekordmeister auch mit seinem neuen Coach nicht auf das ersehnte Erfolgserlebnis anstoßen. „Niederlagen sind manchmal gut, wenn man daraus lernt“, sagte der Vorstandschef zum verlorenen ersten Härtetest der noch jungen Saison.

Das 0:1 bei Atlético Madrid bedeutete die vierte Auswärtsniederlage nacheinander bei einem Spitzenteam aus der Primera División – und den ersten Rückschlag in der kurzen Amtszeit Ancelottis. „Verlieren ist immer traurig“, räumte der Starcoach nach dem Traumstart von zuvor acht Pflichtspielsiegen ein: „Aber wir sind am Anfang der Saison, wir können immer noch als Gruppenerster weiterkommen.“

Doch nach der Ära Guardiola hat Ancelotti noch viel zu tun. Yannick Carrasco belohnte mit seinem Tor (35. Minute) die acht Kilometer mehr gelaufenen Gastgeber, die am Mittwochabend durch ihr schnelles Umschaltspiel eklatante Lücken in der Münchner Defensive aufzeigten.

Die Madrider Sportzeitung „AS“ kommentierte unterdessen, der Sieg Atléticos sei ein weiterer Beweis für den „riesengroßen Unterschied“ zwischen der spanischen Liga und der Bundesliga. „In der Bundesliga gibt es nicht die Leistungsdichte der Primera División“, hieß es. Die Bayern, die daheim zu einem weiteren Titel spazierten, „würden in LaLiga viel leiden“.