München - Uli Hoeneß hatte es die Sprache verschlagen, Karl-Heinz Rummenigge war sichtlich geladen, und Arjen Robben war auch tags darauf noch stinksauer: Das völlig unerwartete 1:2 (0:1) gegen Bayer Leverkusen, die erste Niederlage nach dem Traumstart mit acht Siegen, hat Fußball-Bundesligist Bayern München bis ins Mark erschüttert.
„Die Bundesliga freut sich“, sagte Rummenigge am Sonntagabend mit zerknirschter Miene. In München, das machte der Vorstandschef klar, ist erst einmal Schluss mit lustig. „Die Mannschaft wird Druck kriegen. Und sie muss zeigen, dass sie damit besser umgehen kann als im vergangenen Jahr.“
Der Herbst 2011 mit den Niederlagen gegen Hannover, Dortmund und Mainz – plötzlich war er wieder präsent in den Köpfen. „Wir müssen aus dem letzten Jahr lernen“, sagte Robben am Montag: „Es kann nicht sein, dass wir jetzt wieder so viele Punkte verlieren und die Gegner wieder herankommen.“ Schalke 04 ist immerhin schon auf vier Punkte am Tabellenführer dran – und die Münchner sind selbst schuld.
Dem FC Bayern fehlten „die richtigen Spielzüge“, wie Torhüter Manuel Neuer sagte. Zu langsam, zu umständlich – phasenweise erinnerte es an dunkelste van-Gaal-Zeiten. Man habe „einen Unterschied gesehen“ im Vergleich zu den starken Auftritten zuvor, sagte Rückkehrer Robben: „Einige Spieler waren nicht auf ihrem Niveau.“
Kapitän Philipp Lahm nannte das 0:1 von Bayer Leverkusens Stefan Kießling (42. Minute) ein „saublödes Gegentor“, weil er selbst das Knie des Stürmers angeschossen hatte. „Das geht auf meine Kappe“, sagte Lahm. Doch das 1:2, betonte er, „war genauso blöd“.
Nach dem 1:1 durch Mario Mandzukic (77.) warteten 71 000 Fans in der Arena auf das nächste Bayern-Tor, als Sidney Sam Bayern-Spieler Jérome Boateng ins Gesicht köpfte und der Ball von da ins Tor flog (83.). „Es tut mir leid für die Mannschaft, das war einfach Pech“, sagte Boateng.
Bayern München muss im DFB-Pokalspiel an diesem Mittwoch (20.30 Uhr) zu Hause gegen den 1. FC Kaiserslautern ohne Fußball-Nationalspieler Holger Badstuber auskommen. Er hat sich gegen Bayer Leverkusen wie befürchtet einen Muskelfaserriss im Oberschenkel zugezogen.
Im Tor ist der erste Pflichtspieleinsatz von Torhüter Tom Starke vorgesehen, der im Sommer als neue Nummer zwei hinter Manuel Neuer von 1899 Hoffenheim zu den Münchnern gekommen war.
