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NWZonline.de Sport Fußball

„Es gibt keinen Spielraum mehr“

08.05.2014
Frage: Herr Brinker, die EWE hat den Vertrag mit den Baskets am Mittwoch um zwei Jahre verlängert. Mit welchen Erwartungen blicken Sie in die Zukunft?
Werner Brinker (62): Das hängt immer davon ab, wie man es schafft, aus guten Einzelspielern ein gutes Team zu formen. Und da setze ich große Hoffnung in die Führungsqualitäten von Trainer Sebastian Machowski. Wie er die Mannschaft im vergangenen Jahr aus dem Stand heraus zur Vizemeisterschaft geführt, war grandios.
Frage: Allerdings rüstet die Konkurrenz mächtig auf . . .
Brinker: Wir werden sicherlich finanziell niemals in Dimensionen wie Bayern München, Bamberg oder Alba Berlin vorstoßen. Es sei denn, es taucht ein zweiter Hauptsponsor auf. Wir würden das begrüßen. Aber ich wüsste im Moment nicht, wo der herkommen sollte.
Frage: Das heißt: Auf mehr Geld von der EWE können die Baskets nicht hoffen?
Brinker: Nein, da gibt es keinen Spielraum mehr.
Frage: Mit dem Etat von Bayern, Bamberg oder Alba können die Baskets nicht mithalten. Macht Ihnen das Sorge?
Brinker: Ach, das ist ja immer eine Frage der Erwartungshaltung. Als wir 2001 bei den Baskets eingestiegen sind, hieß es, dass es schön wäre, wenn wir ab und zu mal die Playoffs erreichen würden.
Frage: Das hat sich spätestens seit der Meisterschaft 2009 geändert.
Brinker: Genau. Damals hatten wir das Dreigestirn Rickey Paulding, Jason Gardner und Je’Kel Foster. Die haben damals einfach fantastisch zusammengespielt. Heute haben wir in Paulding, Julius Jenkins und Chris Kramer wieder ein solches Dreigestirn. Aber man muss halt auch sehen, dass die Bayern eine Vielzahl solcher Klasseleute haben.
Frage: Es wird immer wieder behauptet: Wenn die Baskets mal in Schwierigkeiten sind, braucht Geschäftsführer Hermann Schüller nur bei Ihnen anzurufen und schon schießt die EWE das Geld nach.
Brinker: Das ist völliger Unsinn. Wir haben 2001 erstmals einen größeren Vertrag abgeschlossen, als wir Namenssponsor wurden. 2009 haben wir den Etat dann etwas erhöht, um den Baskets die Teilnahme an der Euroleague zu ermöglichen. Danach haben wir unser Engagement wieder zurückgeschraubt. Und auf diesem Niveau ist es geblieben.
Frage: In Braunschweig zieht sich der Haupt- und Namenssponsor zum Saisonende zurück. Wäre so etwas auch bei der EWE und den Baskets vorstellbar?
Brinker: Das liegt außerhalb meiner Vorstellungskraft. Beides kann man auch nur schwer vergleichen. New Yorker ist in Braunschweig längst nicht so verwurzelt, wie die EWE es hier in der Region ist.
Frage: Sie haben den Trainer Sebastian Machowski gelobt. Der hat gerade erst seinen Vertrag verlängert. Sind Sie eigentlich in die Verhandlungen involviert gewesen?
Brinker: Nein, ich mische mich grundsätzlich nicht in den sportlichen Bereich ein. Das ist Sache der Geschäftsführung und der sportlichen Leitung, die das besser kann. Wir dagegen sind in der Lage, eine gewisse Summe an Geld zur Verfügung zu stellen und damit klare Rahmenbedingungen für den Basketballsport in dieser Stadt zu schaffen. Ein wesentlicher Bestandteil ist dabei für uns, dass ein Garantiebetrag in die Jugendarbeit fließt.
Frage: Gilt diese Forderung auch für die Bundesliga-Handballerinnen des VfL?
Brinker: Da fordern wir es in dem Maße nicht. Der VfL entscheidet selbst, wie viel er in den Nachwuchs investiert. Die gute Jugendarbeit ist dort absolut gewährleistet.
Frage: Was heißt das für die Nachwuchsförderung bei den Baskets?
Brinker: Die Strukturen sind hervorragend. Uns ist wichtig, dass langfristig eigene Talente den Sprung in den Bundesliga-Kader schaffen. Hierfür muss man ganz unten anfangen. In die Schulen gehen, Begeisterung für die Sportart entfachen. Das gleiche versuchen wir im Fußballbereich mit dem EWE-Cup und dem Stützpunkt JFV Nordwest.
Frage: Stichwort Fußball. Warum setzt sich die EWE nicht auch im größeren Maße für den VfB Oldenburg ein?
Brinker: Ich sehe den VfB nicht in der ersten oder zweiten Liga. Dies ist wirtschaftlich gar nicht zu leisten. Das gibt die Region nicht her. Selbst für Werder Bremen ist es schwer, gute wirtschaftliche Rahmenbedingungen zu schaffen. Ich sehe den VfB eher in der Oldenburger Region verankert, während wir als EWE in ganz Niedersachsen und darüber hinaus präsent sind. Meines Erachtens bietet der VfB – wie auch die Baskets – ein gutes Sponsoringumfeld vor allem für mittelständische Unternehmen in der Region. Außerdem gibt es in den EWE-Regionen mehrere Vereine, die in der selben Liga spielen. Wenn wir uns also beim VfB in Oldenburg stärker engagieren würden, müssten wir beispielsweise auch in Cloppenburg, Meppen oder Wilhelmshaven etwas machen. Das ist nicht leistbar.
Frage: Zurück zum Basketball. Der Zuschauerschnitt in der großen EWE-Arena lag in der abgelaufenen Hauptrunde bei 5117. Sind Sie damit zufrieden?
Brinker: Da sind zehn Prozent mehr, als das, was vor der Saison kalkuliert wurde. Aber natürlich ist noch Luft nach oben. Wenn die Baskets weiter so erfolgreichen und attraktiven Basketball zeigen und die gute Jugendarbeit weiter so betrieben wird, wird die Fangemeinde sicher weiter anwachsen.
Frage: Die Baskets haben jahrelang Aufbauarbeit geleistet, erstklassige Bedingungen geschaffen. Jetzt kommt der FC Bayern daher und grast die ganzen Fernsehzeiten ab. Ärgert Sie das?
Brinker: Natürlich. Aber TV-Sendern geht es nunmal um die Quote. Und da hat der FC Bayern eine höhere Bedeutung als die EWE Baskets.
Frage: Umso mehr dürfte es Sie freuen, wenn Oldenburg die Bayern schlägt. Wie in der Hinrunde.
Brinker: Das war natürlich ein Highlight. Da war die Mannschaft bis in die Haarspitzen motiviert und von Anfang bis Ende konzentriert.
Frage: Das ist nicht immer so.
Brinker: Stimmt. Ich kann es mir auch nicht erklären, warum die Mannschaft manchmal ihre Pause einlegt. Vielleicht liegt es an der Gemütlichkeit der Stadt (lacht).
Frage: An diesem Sonnabend startet die Viertelfinalserie gegen Bonn. Was erwarten Sie von den Playoffs?
Brinker: Ich hoffe mal, dass wir gegen Bonn weiterkommen. Dann geht es normalerweise gegen Bayern München. Das wird schwer, aber die Mannschaft hat gezeigt, dass sie mit den Spitzenteams mithalten kann. Ich traue den Baskets einiges zu. Mit 0:3 werden wir hoffentlich nicht ausscheiden.
Christopher Deeken Redakteur / Sportredaktion
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Otto-Ulrich Bals Autor
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