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NWZonline.de Sport Fußball

Umschaltspiel à la Rangnick: Bundesliga klare Priorität

30.11.2018

Salzburg (dpa) - Ein bisschen kam der Eindruck auf, dass Ralf Rangnick über ein vorzeitiges Aus in der Europa League gar nicht so böse wäre.

Das stritt der 60 Jahre alte Trainer und Sportdirektor des Fußball-Bundesligisten RB Leipzig natürlich ab. Genauso wie die Vermutung, dass diese erneute Niederlage im Red-Bull-Duell gegen Salzburg mit dem Leipziger Marco Rose als Trainer mehr wehtun könnte als andere.

Grundsätzlich verliert keiner gerne, für mich ist es aber nicht besonders schmerzhaft, hier zu verlieren", sagte Rangnick und stellte auch klar, welche Bedeutung das Scheitern in der Gruppenphase aus seiner Sicht hätte. "Wir haben nichts dagegen, noch ein bisschen länger in der Europa League zu spielen, unsere Priorität liegt ganz klar auf der Bundesliga.

Ein paar Spiele weniger in der Rückrunde kämen ihm nicht ungelegen. Der Kader, den er als Sportdirektor und Trainer zu verantworten hat, ist dünn. Erst recht bei der intensiven Spielweise, die Rangnick seinen Mannschaften kompromisslos einimpft.

RB Leipzigs Geschäftsführer Oliver Mintzlaff hatte in einem Interview der "Süddeutschen Zeitung" allerdings jüngst klargemacht, was ein frühes Aus in der Europa League aus seiner Sicht bedeuten würde: "Das wäre eine Enttäuschung, klar". Das Überwintern im internationalen Geschäft sei das klare Ziel.

Dazu muss nun Salzburg nach dem vorzeitigen Erreichen der nächsten Runde am 13. Dezember beim Tabellenzweiten Celtic Glasgow (9 Punkte) gewinnen und Leipzig (3./6 Punkte) daheim das punktlose Schlusslicht Rosenborg Trondheim schlagen. Salzburgs Coach Rose kündigte an, mit der gleichen Einstellung in die Partie zu gehen wie sonst auch, sprich: Auf Sieg zu spielen. Rangnick traut den Österreichern einen Erfolg in Glasgow zu. "Und wenn wir gegen Trondheim gewinnen, was ich uns zutraue, dann können wir als Zweiter noch weiterkommen", sagte der erkältete Rangnick am Freitag.

"Es wäre schade, wenn es zu Ende gehen würde", meinte Leipzigs Angreifer Timo Werner. "Wir haben es nicht mehr in der eigenen Hand, das tut am meisten weh", pflichtete Teamkollege Konrad Laimer nach dem 0:1 am Donnerstagabend in Salzburg bei.

Die österreichischen Fans hatten jedenfalls schon mal auf Plakaten gehöhnt: "Die Nachricht von morgen schon heute. Nach Europa-League-Aus: Sportdirektor Rangnick wirft seinen Trainer raus." Er habe von den Banderolen und Gesängen nichts mitbekommen, meinte Rangnick lapidar, um dann abermals darauf hinzuweisen, welchen Verdienst er denn immer noch am FC Red Bull Salzburg von heute habe. Die "Kronen-Zeitung" aus Österreich attestierte Rangnick am Freitag daraufhin eine "herablassende Art". Vielleicht sehe man sich nächste Saison ja in der Champions League wieder, hatte Rangnick auch noch gesagt.

Um dieses Ziel aus Leipziger Sicht weiter erfolgreich zu verfolgen, wäre ein Sieg an diesem Sonntag im Verfolger-Duell gegen Borussia Mönchengladbach ziemlich wertvoll. Bestenfalls stehen dem Tabellenvierten (22 Punkte) in Salzburg vermissten und verletzten Mittelfeldantreiber und Ideengeber Diego Demme, Marcel Sabitzer und Kevin Kampl gegen den Tabellenzweiten (26) wieder zur Verfügung. "Wir sind guter Dinge, dass sie zurückkommen", sagte Rangnick. Dann habe sein Team ganz andere spielerische Mittel.

Drei Niederlagen in neun Tagen nach dem 0:1 am vergangenen Samstag beim VfL Wolfsburg und dem 0:1 in Salzburg wären für die zuvor zumindest in der Liga vom Erfolg verwöhnten Leipziger - zehn Spiele ungeschlagen - ein bisschen viel.

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